Ein Gedanke über - Konsole der 1.000 Gefahren (Lenk, Fabian)

Bei Schuhen bin ich Prosohle statt Konsohle. Wer Schuhe ohne Sohle trägt, sollte den Hintern versohlt bekommen, um wenigstens dort über ausreichend Polsterung zu verfügen, die vor Bienenstichen schützt. Ich bin im Garten mal barfuß auf eine Biene getreten und fand das Ergebnis relativ unvorteilhaft. Der Stich versorgte mich ein paar Minuten lang mit Schmerzgefühlen, was aber schnell nach- und daraufhin die Erinnerung zurückließ, ein Tier getötet zu haben, weil sein Körper kleiner war als meine Unachtsamkeit. Als ich den Stachel mit sterbendem Bienenanhängsel aus meinem nackten Fuß zog, dachte ich darüber nach, dass ich lieber auf einen Bienenstich getreten wäre. Dieser hätte mich nicht mit Schuld- sondern Hungergefühlen zurückgelassen. Vielleicht wären sogar ein paar Bienen angeflogen gekommen, um sich am unter meinem Fuß klebenden Zuckerbrei zu laben. Dann hätte ich mich nicht mehr bewegen dürfen, um die Bienenstich essenden Stechbienen nicht zu Bienenstichen zu motivieren. Mögen Bienen überhaupt Bienenstich? Wenn ja, sollte ich über das Anlegen eines Bienenstichbienenstreifens in meinem Garten nachdenken. Sohlen vermindern jedenfalls die Bienenstichgefahr, was eine schöne Sache ist. Nur in Bäckereien haben Schuhsohlen keine Auswirkung auf das Auftreten von Bienenstich. Apropos: Wenn ich Menschen erniedrigen möchte, kaufe ich Bienenstich, weil ich noch nie eine Person gesehen habe, der es gelungen ist, einen Bienenstich würdevoll zu essen. Obwohl ich Bienenstich als Kuchen wirklich nicht viel abgewinnen kann, hätte ich ihn lieber im Mund als Bienenstiche. Zum Abnehmen empfehle ich trotzdem, sich statt eines Haufens Bienenstich einen Haufen Bienen in den Mund zu schieben. Der daraus resultierende Mundschmerz dürfte sich positiv auf das angepeilte Kaloriendefizit auswirken. Jetzt aber zurück zur Erniedrigung durch Bienenstich: Die Oberseite des Gebäckstücks ist so fest, dass sie schon beim ersten Kontakt mit der Gabel die darunterliegenden weicheren Schichten zermatscht und eine Masse zurücklässt, die es verdient hätte, von Bienen zerstochen zu werden. Schon bald sticht man mit der Gabel nur noch in einen unförmigen Klebeklumpen hinein und die Menschen am Tisch werfen sich gegenseitig beschämte Blicke zu. Bestimmt gibt es Menschen da draußen, die sich etwas darauf einbilden, Bienenstich ohne chaotische Hinterlassenschaften verspeisen zu können, doch sollte auch hier mit der Versohlung des Hinterns gekontert werden. Während Draußenaktivitäten versohle ich also in der Regel meine Füße, um den weit mehr als 1.000 Gefahren der Außenwelt gestärkt entgegenzutreten. Ich habe auch schon Schuhe gesehen, die keine Sohlen haben und trotzdem dank irgendwelcher hochrobusten Materialien einer vor Bienenstichen schützenden Funktion nachgehen können, jedoch halte ich nicht viel von diesen überkontstruierten Socken. Ich mag feste Sohlen und festes Schuhwerk im Allgemeinen. Stehe ich beispielsweise in einer vollen Bahn herum, ist es ein angenehmes Gefühl, keine Angst davor haben zu müssen, dass mir 1.000 Menschen nacheinander auf die Füße treten. Und trete ich einmal selbst zu, übermannen mich keine Schuldgefühle, weil Menschen es nicht besser verdient haben.