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Das Leben kann so bescheuert sein...

Inori.: Lady Tamer: Das Comeback der Versagerinnen

Inori.: Lady Tamer: Das Comeback der Versagerinnen

Ritual 1: Seiten 1-100 (12.08.2026)

Es war mein erster Tag beim Training gewesen. Ich hatte mich zuvor hin und wieder mit anderen Leuten auf der Straße geprügelt und wusste somit, dass ich es drauf hatte. Leider sahen das damals vor allem meine Eltern anders. Sie waren nicht stolz auf mich, wenn ich blutüberströmt nach Hause kam und ihnen davon erzählte, dass ich meinem Gegenüber die Nase gebrochen hatte. Sie waren der Meinung, mir etwas Gutes zu tun, indem sie mich bei einer Kampfsportschule anmeldeten, die sich damit rühmte, mit Problemfällen umgehen zu können. Ich war also ein Problemfall. Und gleich in der ersten Stunde erklärte mir meine Trainerin, dass ich hier sei, um Aggressionen abzubauen und diese kontrollieren zu lernen. Ich wollte sie testen und ging auf sie los. Sie packte meine Hand, noch bevor sie richtig zur Faust geballt ihr Gesicht erreichen konnte, und schleuderte mich zu Boden. Dann grinste sie mich an. Ein paar der Frauen um mich herum grinsten ebenfalls. Die Trainerin hatte mich lächerlich gemacht. Ich tat demütig, gliederte mich ein, hörte zu, ließ mir alles erklären und wartete währenddessen nur auf den richtigen Moment. Als die Trainerin jemand anderem etwas erklärte, war er endlich gekommen. Ich griff zu einem dieser langen, hölzernen Trainingsstäbe und schlug ihr damit so fest ich nur konnte gegen das Bein. Auf einmal grinste sie nicht mehr. Die anderen gingen auf mich los. Wie auch immer. Ich hasse überhebliche Trainerinnen. Ich hasse überhebliche Menschen. Meine Trainerin hat ihre Lektion jedenfalls gelernt.

Ritual 2: Seiten 101-198 (12.08.2026)

Wir beide waren vor dem Wettrennen nervös gewesen. Aber nicht, weil wir gewinnen wollten, sondern weil wir nicht verlieren wollten. Wir waren die unsportlichsten in der Klasse gewesen und deswegen ist schon häufig über uns gelacht worden. Ich wusste, dass alle, die nicht mitlaufen mussten, auf uns schauten. Mehr als auf die Favoriten. Die zwei Schlechtesten zusammen in einem Rennen? Das durfte man sich doch nicht entgehen lassen. Wer würde wohl wirklich der Schlechteste sein? Ich wollte nicht verlieren. Ich durfte es nicht. Ich war besser als die andere. Ich hatte es nicht verdient, dass man über mich lachte. Wussten die Leute denn nicht, zu welcher Familie ich gehöre? Oder lachten sie gerade deswegen? Weil ich überall sonst der bessere Mensch war? Wie auch immer. Als der Startschuss ertönte, rannte ich los. Ich rannte direkt in meine Kontrahentin und brachte sie zu Fall. Das Rennen wurde unterbrochen, ich wurde ermahnt, aber ich durfte noch einmal antreten, nachdem ich mich entschuldigt hatte. Ich tat unschuldig. Darin war ich schon immer gut gewesen. Am Ende warf ich meiner Gegnerin noch einen bösen Blick zu. Sie trat trotz des Sturzes an. Aber natürlich war sie nun noch nervöser. Und eingeschüchtert. Verunsichert. Alles verlief nach Plan. Ich wurde nicht die Letzte. Ich blamierte mich nicht. Stattdessen zeigte ich den Leuten, was passiert, wenn man über mich lacht.

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