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Das Leben kann so bescheuert sein...

Power Rangers vs. Kyoryu Sentai Zyuranger - Teil 2

Fassen wir zusammen: "Power Rangers" ist keine vollständig in Amerika produzierte Serie. Man hat die Actionszenen der japanischen Serie "Kyoryu Sentai Zyuranger" verwendet, alle anderen Szenen jedoch mit amerikanischen Darstellern neugedreht.

Gleichzeitig hat man die Geschichte an eine Highschool verlegt. Dadurch ergaben sich einige Probleme: Inhaltlich hatten die Serien abseits der Kämpfe nicht mehr viel miteinander zu tun. Das Mysthische des Originals wurde komplett entfernt. Die Power Rangers hausten in einer mit Technik vollgestopften Power-Zentrale und nicht mehr in einem Tempel.

Gleichzeitig wollte man aber natürlich verbergen, dass diese Unterschiede überhaupt existierten. Darum schnitt man die Episoden um und entfernte oder ergänzte Szenen aus späteren Episoden. Schaut man sich eine Folge "Power Rangers" und gleich darauf eine Episode "Kyoryu Sentai Zyuranger" an, stößt man auf fehlende Details und Anschlussfehler in der amerikanischen und mehr Ruhe und Erklärungen in der japanischen Fassung.

Da dies nur schwer mit Worten zu erklären ist, habe ich mich hingesetzt und die ersten beiden Episoden beider Serien miteinander verglichen. Im folgenden Bericht beziehe ich mich zunächst einmal lediglich auf die erste Episode. Die zweite Episode folgt morgen. Warum nicht nur die erste? Weil im Original beide Episoden zusammenhängen, während bereits die zweite Episode in Amerika zum "alltäglichen Rhythmus" (Monster kommt, Rangers kämpfen) übergeht. In Amerika hat man nämlich keine Zeit für Erklärungen. Ich dagegen schon. Lasst die Episode beginnen.

Ach so, eine Sache noch: Ich werde jetzt nicht die beiden Intros miteinander vergleichen. Wer dies tun möchte, schaut einfach bei youtube vorbei. Dort findet ihr sowohl das amerikanische (bzw. deutsche) als auch das japanische Intro. Was besser ist? Diese Frage kann ich nicht beantworten. Ich liebe die amerikanische E-Gitarre. Das japanische Originalintro summe ich nun aber schon seit Tagen vor mir her. Entscheidet einfach selbst. Und wenn ihr von alldem nicht genug bekommen könnt: bitte schön.

Und noch etwas: Ich werde mich im weiteren Verlauf auf die deutsche Fassung beziehen, wenn ich Dialoge oder ähnliches erwähne. Die Unterschiede bei der Synchronisation möchte ich nicht weiter beachten, mir geht es eher um den Schnitt und das "Gefühl" der beiden Serien.

Jetzt aber los!

Episode 1

Sehen wir uns doch mal die ersten Minuten der Originalfassung an:

Ein Hausmeister fegt den Schulboden und wird auf ein Geschäft aufmerksam, in dessen Schaufenster ein Fernseher steht, der Nachrichten überträgt. Es wird eine Weltraummission erwähnt.

Der Planet Nemesis hat sich der Erde genähert. Dieses Schauspiel spielt sich nur alle 23 Millionen Jahre ab. Wir bekommen ein Fernsehbild präsentiert, dessen Herstellung mich ungemein interessieren würde.

Hat man da wirklich ein Kamerateam ins All geschossen, um das Vorbeifliegende Shuttle filmen zu können? Beeindrucken. An Bord befinden sich zwei Astronauten und zwei Kinder. Die Kinder sollen den Planeten miterforschen. Offensichtlich befindet sich die Raumfahrttechnologie auf einem fortschrittlicheren Stand als bei uns, wenn man schon Kinder zum Filmen ins All schicken kann.

Man erreicht den Planeten unbeschadet.

Unser Hausmeister wiederum rennt in Panik auf ein Hausdach.

Dort fährt er sein Ohr aus, um genau mitzubekommen, worüber genau die Astronauten auf dem Planeten Nemesis miteinander reden.

Diese stoßen auf dem Planeten auf ein merkwürdiges Leuchten, das sie sofort erforschen möchten. Die Kinder müssen unterdessen im Shuttle bleiben und warten. Vermutlich sollen die Astronauten prüfen, ob der Planet sicher ist. Hier könnte man nun so einiges hinterfragen, sollte dies aber nicht tun.

Die Astronauten finden ein merkwürdiges Gefäß. Während der Hausmeister nun vom Hausdach brüllt, man solle das Gefäß gefälligst in Ruhe lassen, können die Astronauten dies mangels Riesenohren nicht hören. Sie öffnen den Behälter.

Auftritt: Ritas Schergen. Sie werden sogar mit Namensschild vorgestellt.

Und dann ist es an der Zeit, Rita vorzustellen. Oh. Sagte ich Rita? Entschuldigt. Ich meinte natürlich die Hexe Bandora, die nun schon seit über 170 Millionen Jahren in diesem abscheulichen Gefäß hockt.

Da kann man einen gewissen Grad an Wut nachvollziehen. Sie zerstört ihre Ruhestätte.

Dann wird sie auf die Astronauten aufmerksam. Da sie sie gerettet haben, pustet sie sie ins Weltall. Dankbarkeit war noch nie Bandoras Stärke.

Hier endet nun also die Einleitung. Nach guten 4 1/2 Minuten (mit Intro) ist Rita frei und bereitet sich darauf vor, die Erde zu vernichten.

Vergleichen wir das Ganze doch mal mit der amerikanischen Fassung. Um es vorwegzunehmen: Hierfür benötige ich keine Bilder. Inhaltlich ähneln sich beide Fassungen. Zumindest was Ritas Erweckung betrifft. Jedoch läuft in Amerika alles deutlich schneller ab. Hier hat man für lange Einleitungen offensichtlich keine Zeit. Da der Hausmeister in dieser Fassung keine weitere Rolle spielt, ersprart man dem Zuschauer seine Ohren. Und die japanischen Kinder erzeugen in Amerikanern allem Anschein nach auch keine Emotionen. Darum lässt man sie einfach weg. Man sieht weder die Astronauten noch die Kinder im Shuttle sitzen.

Um das Ganze mal etwas übersichtlicher zu präsentieren, habe ich mal eine kleine Grafik erstellt, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten darstellt.

In der amerikanischen Fassung sind zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 2 Minuten vergangen. Das macht 2 1/2 Minuten weniger Erklärungen und Japaner. Man erfährt nichts über den Planeten Nemesis. Die Namen Ritas Gefolgsleute bleiben uns erspart. Die Kinder sind Weg. Und vor allem werden die Astronauten nicht von Rita ins All gepustet.

Ab jetzt wird es interessant. Die großen Unterschiede beginnen. Ich werde nun in kleineren Schritten zwischen beiden Episoden hin und her wechseln. Beginnen möchte ich mit der Originalfassung.

Hier fackelt Rita nämlich nicht lange. Sie greift die Erde an. Warum warten? Los geht´s!

Rita verschiebt erst einmal ein paar Hochhäuser.

Sie versammelt die Häuser um das höchste herum. Dieses schießt sie daraufhin ins Weltall.

Um ihre Wohnung auf die Spitze zu setzen. So lässt sie den Wolkenkratzer wieder zu Boden fliegen.

Eine vernünftige Bude kommt selbstverständlich nicht ohne Leuchtreklame aus.

Sieht doch schon mal ganz ordentlich aus.

Voller Tatendrang macht sich Rita (ich nenne sie übrigens ab jetzt immer Rita, das ist einfacher) mit ihrem Kollegen Goldar auf den Weg, die Welt zu vernichten. Sie fliegt dafür auf einem Fahrrad durch die Gegend. Weil sie es kann.

Und in Amerika? Nun, da lässt man Rita sich erst einmal erholen. Nach ihrer Freilassung legt die Episode den Fokus auf die zukünftigen Power Rangers. Man zeigt ein paar Highschool- beziehungsweise Trainings-Szenen. Natürlich dürfen auch Bulk und Skull nicht fehlen, die sich nach einer fehlgeschlagenen Anmache von Trini und Kimberly auf die Matte schicken lassen müssen.

Aber natürlich möchte man nicht ganz auf Rita verzichten. Wir befinden uns auf dem Mond.

Wie kam Rita dahin? Warum? Keine Ahnung. Unwichtig. Sie wohnt da halt.

Man schnitt den kompletten Teil raus, in dem Rita ihre Bude auf einen Wolkenkratzer setzt. Man verzichtete auf jedwede Form der Vorgeschichte. Zumindest was Rita anbelangt. Dass man die Wolkenkratzerszene entfernt hat, liegt vermutlich an den ganzen Japanern, die vor den sich bewegenden Häusern wegrennen. Außerdem strich man diese ganze Geschichte, da man die Handlung in eine andere Richtung lenken wollte.

Schon ab diesem Moment beginnt die amerikanische Fassung damit, den Serienrhythmus einzuführen. Rita beobachtet die Erde durch ein Teleskop.

Dann wendet sie sich an Finster und fragt ihn nach Monstern.

Zuletzt lacht sie noch ganz böse.

Ende der Rita-Szene. Verglichen mit der Originalfassung hat man es sich hier wirklich sehr einfach gemacht. Rita lebt ab jetzt auf dem Mond. Fertig. Es geht weiter mit den Hauptcharakteren. Die trainieren immer noch. Streber.

Gut, dass Bulk und Skull auftauchen.

Und wie immer umgehauen werden. Ich lache. Ha.

Unsere Freunde setzten sich nach dem Training zusammen in die Saftbar.

Dann beginnt die Erde zu beben. Warum ich per Screenshot versuche, bebende Erde darzustellen, solltet ihr euch an dieser Stelle besser nicht fragen.

Jedenfalls rennen alle panisch durcheinander und unsere baldigen Helden sind ziemlich nervös.

Schnitt. Unbekannte Bude auf Berg.

Ängstlicher Roboter mit Stofftier in der Hand. WIR WERDEN ALLE STERBEN!

Schwabbelkopf. Zordon! Gerettet!

Zordon erklärt seinem Lieblingsroboter, dass Rita zurück ist und die Erde vernichten will. Woher er das weiß? Nun, ganz bestimmt nicht, weil er seine Ohren ausgefahren hat. Er hat ja keine. Zum Glück lässt sich Zordon davon nicht aus der Ruhe bringen. Er beauftragt Alpha damit, fünf aufrichtige Menschenkinder zu ihm zu bringen. Alpha setzt dies in die Tat um.

WER WOHL DIESE MENSCHENKINDER SIND?

AHA!

Wusch.

Flupp.

Zack.

Krawemms.

So. Da sind sie also.

Unsere Helden wundern sich ein wenig. Es werden Vermutungen geäußert. Was ist das hier? Das neue Einkaufszentrum? Ein Fernsehstudio? Unsere Freunde mögen aufrichtig sein, besonders helle sind sie dagegen nicht. "Vielleicht liegt die Antwort ja in dieser Kontrolleinrichtung!", sagt Billy. Japp. Möglich.

Alpha sieht das anders und mischt sich ein. Billy weiß sofort, womit wir es hier zu tun haben. "Ein hochempfindlicher, mehrkanaliger Automat". Aha. So ist das also. Denkt nicht weiter darüber nach. Zur Ablenkung: Alpha-Sicht.

Zordonzeit!

Erinnert ihr euch noch daran, als ich meinte, die amerikanische Fassung hat keine Zeit für Erklärungen? Lasst mich diese Aussage beweisen. Innerhalb weniger Sekunden erklärt Zordon nun, worum es in den nächsten gefühlten dreitausend "Power Rangers"-Folgen gehen wird.

Dafür lässt er die entführten Jugendlichen... ähm... die zukünftigen Helden auf "die Kugel" sehen. Dieser Apparat wird von den Amerikanern immer dann genutzt, wenn sie Szenen aus dem japanischen Original zeigen müssen, die nicht wirklich in ihre Fassung passen.

Wir sehen Rita.

Sie fliegt mit einem Fahrrad durch die Gegend. Na? Fahrrad? Kommt euch das bekannt vor? Keine Sorge: Das frage ich noch viele weitere Male im Laufe dieses Artikels. Wir bekommen hier also eine Szene aus der japanischen Fassung gezeigt.

Außerdem sehen wir Ritas Monsterarmee durch einen Park laufen.

Nun teleportiert Zordon den Jugendlichen neue Gürtelschnallen an die Hosen.

Er erklärt ihnen, dass sie sich mit diesen Dingern in Power Rangers verwandeln können.

Und Dinosaurierkampfroboter besitzen.

Die sich zu einem Panzer zusammensetzen können.

Und in einen riesigen Roboter.

Zack. Alles gesagt. Die Serie existiert seid gerade einmal elf Minuten und man weiß alles. Es gibt Zords, diese können sich verwandeln und einen Roboter bilden. Warum sollte man sich auch Zeit lassen? Das Publikum weiß nun alles und freut sich.

Und die Rangers? Nun stellt euch das mal vor: Ihr wurdet in ein komisches Gebäude teleportiert, man hat euch Gürtelschnallen hergezaubert und dann auch noch Kampfsaurier geschenkt, mit denen ihr die Erde verteidigen sollt. Was würdet ihr tun? Richtig: All das nicht glauben und nach Hause wollen. Ich meine, Teleportieren ist nun wirklich kein Beweis. Und herbeigezauberte Gürtelschnallen? Pff. Weg hier.

Die fünf Rangers verlassen Zordons Hauptquartier und stehen mitten in der Wüste. Toller Plan.

An dieser Stelle möchte ich mal wieder zurück zur Originalfassung springen. Hier wird nun schnell klar, wie sehr sich beide Versionen voneinander unterscheiden.

Nachdem Rita ihre Basis verlassen hat, fliegt sie wie gesagt auf ihrem Fahrrad durch die Lüfte.

Na? Naa? Naaa? Kennt ihr das Bild? Ist ja gut, ich erinnere euch kurz:

Das ist die gleiche Szene, die die Amerikaner zuvor auf ihrer Kugel zu sehen bekamen. Wie schon gesagt: Die Kugel kommt häufiger in der Serie vor. Meistens ist sie ein Zeichen dafür, dass man etwas zeigen wollte, ohne es zu erklären. Oder Zeit sparen wollte. Oder beides.

Fassen wir das Ganze doch mal in einer Grafik zusammen. Wir haben es hier immerhin mit dem ersten Schnittpunkt beider Versionen seit langer Zeit zu tun. Und es wird noch einige Zeit dauern, bis wir einen weiteren finden.

Rita denkt nicht weiter über die amerikanische Kugel nach. Warum auch? Sie fliegt lieber mit ihrem Fahrrad durch die Lüfte und zerstört die Stadt.

Dann stößt sie auf den uns bereits bekannten Hausmeister mit dem Ohrenproblem.

Schnell wird klar: Die beiden kennen sich! Nun stellt sich heraus, dass der Hausmeister kein Hausmeister ist, sondern ein Zauberer! Darum sind seine Ohren auch wieder normal groß. Magie.

Leider hat ihm die Hexe all seine Kräfte geraubt. Ärgerlich.

Vor allem, weil Rita unseren Hauszauberermeister plötzlich mit einem Schlauch umwickelt.

Und diesen daraufhin in eine Schlange verwandelt!

Ein normaler Mensch wäre spätestens hier ziemlich aufgeschmissen. Zum Glück hat Baaza einiges auf dem Kasten. Er spannt seine unsichtbaren Muskeln an und zersprengt die Schlange.

Währenddessen haben Ritas Schergen einen teuflischen Plan: Sie haben das Spaceshuttle mit den Kindern vom Planeten Nemesis mitgenommen und bereiten nun eine gemeine Falle vor. Warum das Shuttle so klein ist? Rita hat es geschrumpft. Weil sie es kann.

Man greigt zu einer Art Morgenstern , bindet diesen an einem Seil über das kleine Shuttle und richtet auf dieses wiederum eine Lupe. Kein Bondschurke hätte hier bessere Arbeit leisten können.

Rita klärt die Zuschauer unterdessen auf, warum sie den Kindern all das antut:

Damit wäre das dann auch geklärt.

Rita beschießt den Zauberer kurz mit Wunderkerzen und verschwindet dann. Sie teilt ihm zuvor noch mit, dass die Falle in einer Stunde zuschnappen und die Kinder töten wird.

Baaza bemerkt, dass er sich beeilen muss, um die Kinder zu retten (ich will so ein Stirnband).

Er steigt in einen Fahrstuhl...

... ich muss zugeben, dass ich diese Szene unglaublich toll finde. Wie er den Fahrstuhl betritt. Ich habe richtig laut lachen müssen. Warum? Keine Ahnung. Muss man denn alles erklären? Lacht halt weiter über den hinfallenden Bulk. Hier, bitte schön.

Währenddessen schaue ich dem Zauberer im Fahrstuhl zu.

Der drückt die Tasten 6, 5 und 1 und daraufhin ein paar andere Knöpfe.

Der Fahrstuhl setzt sich in Bewegung und erreicht...

... Etage 2.000.

Die Zahl erweckt den Anschein, Baaza hätte sich aufwärts bewegt. Ich kann das aber leider nicht bestätigen. Gefühlt müsste er eigentlich abwärts gefahren sein. Er befand sich zuvor schließlich auf einem Hausdach. Aber wer denkt schon ernsthaft über solche Dinge nach? Zumal sich hinter Tor Nummer 2.000 dieser Anblick verbirgt:

Ein Tempel! Baaza geht gleich mal ziemlich ab vor Freude.

Willkommen in der Power-Zentrale. Natürlich ist das hier nicht wirklich die Power-Zentrale. Aber so sieht die "Basis" der Rangers eben im Original aus.

Hier schlafen die mächtigen Krieger und erwarten ihre Erweckung. Baaza schreitet gleich zur Tat.

Nach und nach erwachen unsere Helden. Leider gibt es beim letzten Steintor ein Problem:

Baaza hat den Schlüssel abgebrochen. Blöd gelaufen. Muss der rote Ranger eben noch ein bisschen warten. Die anderen möchten das Tor mit Gewalt aufbrechen, Baaza schickt sie jedoch weg. Sie müssen schließlich die Kinder retten.

Die von Rita in Angst und Schrecken versetzt werden.

Noch bevor sie sich an der Kinderangst weiter erfreuen kann, wird sie von ihrem Gehilfen unterbrochen.

Die Rangers kommen! Auf dicken Motorrädern.

Problemlos erreichen sie Ritas Festung.

Doch als sie die Tür öffnen, stehen sie plötzlich am Strand.

Aus dem Sand tauchen kleine Monster auf.

Die sehen übrigens nur so aus wie Handpuppen. Das sind schreckliche Monster!

Es sind wirklich keine Handpuppen!

Ganz ehrlich!

NEIN!

Ach, lasst mich doch in Ruhe!

Zeit für Action!

Die Puppen hauen den Rangers gehörig ins Gesicht.

Dann wird der Himmel ganz bunt.

Ein Fernseher erhebt sich aus dem Meer. In ihm steht Rita, die ihren Zauberstab herausstreckt und auf die Rangers schießt.

Das reicht aber noch nicht. Rita kann auch aus ihrer Hand schießen. Und wenn man das kann, dann macht man das auch.

Währenddessen schießt Baaza mit einer Minikanone auf das Tor des letzten Rangers... ja... mit einer Minikanone. Die hat er hergezaubert.

Lasst uns nicht weiter über die Kanone reden. Die Zeit drängt!

Unsere vier Helden stehen mittlerweile nicht mehr am Strand. Sie befinden sich wieder in Ritas Basis und werden in einen Käfig gesperrt.

Da ein einzelner Käfig ziemlich langweilig ist, wird der Boden um ihn herum noch entzündet.

Ein abgeschossener Pfeil verfehlt sein Ziel.

Den Kindern geht es immer noch nicht so gut.

Alle sind verloren.

Das spürt auch die T-Rex-Statue. Sie schießt einen Lichtstrahl aus ihrem Auge.

Und öffnet so das Tor des letzten Rangers.

Wie er es schafft, sofort bei Rita aufzutauchen, wird nicht erklärt. Ist aber auch nicht notwendig.

Er befreit seine Freunde.

Und plötzlich prügeln sich alle.

Um den Kampf zu entscheiden, wirft Baaza den Rangers ihre Power-Münzen zu. Warum erst jetzt? Pffff.

Wir wissen doch alle, was jetzt passiert.

POSENZEIT!!

Da sind sie ja! Die Power Rangers! Na? Schon ziemlich gut das alles, oder? Auffällig ist hier vor allem, dass es sich bei den Rangers einfach um schlafende Helden handelt, die nur auf ihre Erweckung gewartet haben. Rita selbst äußert in einer Szene genau diese Vermutung. Scheint also schon ein langer Kampf zu sein, der da zwischen den beiden Gruppierungen stattfindet.

Aber lasst uns doch mal wieder zu unseren amerikanischen Freunden zurückkehren. Es wäre doch unfair, ihre Verwandlung an dieser Stelle zu ignorieren, oder? So ist es. Wo waren wir? Ach ja, sie standen in der Wüste!

Und Rita? Die lacht Zordon aus, weil er Teenager gerufen hat, um sie aufzuhalten.

Finster beginnt sofort die Monsterproduktion.

Was Rita freut. Ich liebe übrigens ihre Frisur.

Unsere Helden marschieren weiter durch die Wüste un diskutieren darüber, ob sie nicht doch die Welt retten sollen. Der typische Arbeitstag eines Helden.

Rita hat keine Lust mehr auf all das Gerede. Sie schickt ihre Monster los.

Die Monster tauchen buchstäblich explosionsartig auf.

An dieser Stelle möchte ich doch mal darum bitten, auf die Kleidung der Darsteller im vorherigen und im folgenden Bild zu achten.

Bei vier Personen hat man es wenigstens versucht. Bei Jason hat man aber offensichtlich geschlafen. Nicht so gut. Aber was solls. Wie im Original beginnt eine Schlägerei.

Leider haben die Jugendlichen keine Chance gegen ihre Angreifer. Tja. So ist das, wenn man kein schlafender Held ist, der sich auf den Kampf gegen Rita schon seit Ewigkeiten vorbereitet hat.

Aber lasst uns nicht noch Salz in die Wunde streuen. Zum Glück hat Zordon den fünfen nicht die Gürtelschnallen wieder abgenommen. Und wenn man so darüber nachdenkt: Vielleicht ist das mit dem Weltretten ja doch nicht so blöd. Ich meine: Saurierroboter? Ach was solls! Zeit, sich zu verwandeln!

Nach der Verwandlung stellen sich die Ranger erst mal in einen Walt, um gehörig zu posieren.

Alpha freut sich.

Zordon befiehlt Alpha, die Rangers sofort in die Innenstadt zu schicken. Warum? Ist doch klar: Goldar ist dort plötzlich aufgetaucht.

Alpha handelt sofort.

POSENZEIT!!

ENDLICH! Wahnsinn. Ich hatte schon befürchtet, die beiden Versionen würden nie wieder einen gemeinsamen Nenner finden. Unglaublich. Seit Ritas Auftauchen haben sich die beiden Folgen endlich wieder angenähert. Lasst mich das Ganze doch mal in einer schicken Grafik zusammenfassen.

Ab jetzt wird das Ganze ein wenig stressig. Zunächst einmal weil gekämpft wird. Aber das ist guter Stress. Kampfstress. Juhu! Gleichzeitig besteht aber noch ein großes Problem: Im Original sind die Rangers gerade dabei, ein paar Kinder aus einem geschrumpften Spaceshuttle zu retten. In der amerikanischen Version gibt es diese Kinder jedoch nicht. Hier prügelt man sich, weil man es kann. Und wie man das kann. Da man keine richtige "Handlung" vorliegen hat, wurde der Kampf im Vergleich zum Original etwas erweitert. Aber wisst ihr was? Lasst uns doch erst einmal über die Originalfassug reden.

Hier kommt Goldar angeflogen und hat ein paar Monster zur Unterstützung dabei.

Man verhaut sich voller Freude.

Dann erinnert sich die Rangers an die Kinder.

Der rote Ranger befielt dem blauen und pinkfarbenen Ranger, die Kinder zu retten, während er sich um Goldar kümmern will.

Die beiden schaffen es, das Shuttle in dem Moment aus der Falle zu ziehen, in dem die Metalldornenkugel auf es herabfällt.

Glück gehabt.

Dann ist ja noch mal alles gut gegangen!

WAS ZUM...!

Eine riesige Hand schlägt den Rangers das Shuttle aus den Händen.

Die Hand greift danach.

Und zieht das Shuttle aus dem Gebäude.

Ein riesiges Monster steht plötzlich vor dem Wolkenkratzer.

Selbstverständlich darf auch hier eine Namenseinblendung nicht fehlen.

Die Rangers sind genauso überrascht wie die Zuschauer.

Der rote Ranger stellt die alles entscheidende Frage:

Die Antwort bleibt aus. Stattdessen hagelt es Schwerthiebe.

Bevor die Rangers die Möglichkeit haben, in irgendeiner Form zu reagieren, geschieht es dann: Das Monster löst sich mitsamt Ritas Bude und Shuttle in Luft auf.

Und während ein Ansager erklärt, dass Rita mit der Zerstörung der Erde gerade erst begonnen hat...

... wird in der Bildschirmecke ein "to be continued" eingeblendet.

Die erste Folge "Kyoryu Sentai Zyuranger" endet also mit einem gemeinen Cliffhanger. Auf jeden Fall hat man nun Lust, sich auch die zweite Episode anzusehen. Ein gigantisches Monster, Kinder in Not... das ist toll!

Wie beendet nun die amerikanische Fassung die erste Folge?.

Um es ein wenig abzukürzen (ja, das kann ich hin und wieder auch): Der Kampf läuft zunächst gleich ab. Goldar kommt und alle prügeln sich. Nachdem jeder Ranger kurz seine Kampkünste demonstrieren durfte, kommen wir jedoch zu der Stelle, an der die Kinder gerettet werden sollen. Da es keine Kinder gibt, hatten die Amerikaner hier eine Lücke von mehreren Minuten zu füllen.

Darum schaltete man zurück zu Rita.

Die ist total sauer, weil die Rangers ihre Monster vermöbeln.

Darum wirft sie nun ihren Zauberstab gen Erde und lässt so Goldar wachsen. Damit wäre das dann auch erklärt.

Den nun folgenden Kampf habe ich bereits in einer meiner Monsteranalysen besprochen. Darum folgt nun eine etwas kürzere Version. Es geht jetzt auch eher darum, was über die Rangers alles verraten wird. Wir erinnern uns doch alle noch an Zordons Einleitung, oder? Die Vorschau auf der Kugel. Seien wir doch mal ehrlich: Wer etwas wie Kampfsaurierroboter erwähnt, der muss auch beweisen, dass er nicht gelogen hat. Um das ungeduldige amerikanische Publikum nicht warten zu lassen, zieht man also alle Trumpfkarten aus der Tasche, die einem zur Verfügung stehen. Innerhalb kurzer Zeit wird alles gezeigt.

Die Rangers rufen die Zords.

Sie setzen sich zur Panzerformation zusammen.

Pengpengpeng.

Zeit, Megazord zu bilden.

Prügelprügelprügel.

Ach übrigens: Ein Powerschwert haben wir auch!

Das einzige, was dem Publikum erspart bleibt, ist der Einsatz des Schwertes. Warum man darauf verzichtet hat, weiß ich nicht. Vielleicht wollte man ja wirklich nicht alles verraten. Versager. Letztendlich teleportiert sich Goldar davon.

Die Rangers freuen sich.

Rita dagegen nicht.

Zurück in der Power-Zentrale lobt Zordon unsere Helden.

Zack äußert Zweifel, wird von Zordon aber davon überzeugt, dass all das hier Schicksal ist. Darum ist alles gut. Keine Zeit für Zweifel. Gutes Argument, Zordon.

Kimberly nutzt die Gunst der Stunde und reißt noch einen Witz über ihre Haare.

Den finden alle gut.

Zuletzt ist noch Zeit für eine "Wir halten zusammen"-Pose.

Und damit endet die amerikanische Fassung.

Fassen wir das Ende doch zum letzten Mal in einer Grafik zusammen:

Was lernen wir aus der Geschichte? Wenn du die Handlung entfernst, kannst du die fehlende Zeit nur noch mit Action auffüllen.

Nein, das ist natürlich Quatsch. Sehen wir uns die beiden Fassungen in ihrer Gesamtheit an, stoßen wir auf viele Unterschiede: Die Hauptcharaktere, die Mission, die Geschwindigkeit, der Humor und das Gefühl am Ende.

Die Charaktere

Mit den Hauptcharakteren meine ich nun nicht das Offensichtliche. Dass sie ausgetauscht wurden, wissen wir mittlerweile. Aber was genau bedeutet das? Wenn wir ehrlich sind, haben die Amerikaner sich deutlich mehr Mühe gegeben, den Power Rangers von Anfang an Persönlichkeit zu verpassen. Natürlich haben wir es hier mit einer Ansammlung von Klischees zu tun. Jeder Jugendliche der Welt soll hier angesprochen werden. Trotzdem kann man nicht abstreiten, dass man die Rangers nach der ersten Folge nicht nur aufgrund ihrer Kleidungsfarbe auseinanderhalten kann. Der Sportler, der Nerd und ähnliche Kategorisierungen fallen einem sofort auf. Im japanischen Original kann man solche Dinge nicht äußern. Hier handelt es sich bei den Rangers lediglich um irgendwelche Krieger, die auf Ritas Rückkehr gewartet haben. Über den Charakter der jeweiligen Rangers erfahren wir nichts.

Die Mission

Was die Amerikaner bei der Charakterisierung gut gemacht haben, gleichen sie im negativen Sinne wiederum bei der Handlung aus. Worum geht es? Um Ritas Rückkehr. Ja, klar, große Sache. Aber irgendwie eher der Aufhänger für eine Folge. Die japanische Fassung nutzt Ritas Erscheinen, um mit ihr eine Geschichte um entführte Kinder zu erzählen. All das wurde in Amerika entfernt. Hier legt man viel Wert darauf, die Rangers zu charakterisieren. Im Original wird dagegen Spannung erzeugt. Man sorgt sich um die Kinder und hofft, dass die Rangers sie retten können.

Die Rettung in letzter Sekunde lässt einen Durcharmen, das plötzlich auftauchende Riesenmonster sorgt dann sofort wieder für Spannung. Selbstverständlich fällt man wegen all diesen Dingen jetzt nicht gleich vom Stuhl, aber versetzt euch einfach mal in die jüngere Zielgruppe der Serie. Als Kind hätte ich all das ganz bestimmt ziemlich spannend gefunden.

Um ehrlich zu sein, habe ich rückblickend bei den Power Rangers nur sehr selten wirklich mitgefiebert. Schon als Kind habe ich die Serie wegen der Effekte geguckt. Ja, es gibt Ausnahmen. Die mehrteilige Geschichte um den grünen Ranger war natürlich ein ziemlich großes Ding. Aber letztendlich wollte ich die Zords und Verwandlungen sehen. Als ich zum ersten Mal die hier gerade vorgestellte Originalfassung sah, war ich wirklich überrascht.

Die Geschwindigkeit

Mit "Geschwindigkeit" meine ich die Art und Weise, wie die Fähigkeiten der Rangers vorgestellt werden. Stellen wir uns doch einmal dumm. Der eine oder andere kann das bestimmt ziemlich gut. In diesem dummen Zustand wissen wir nichts über die Power Rangers oder die Kyoryu Sentai Zyuranger.

Bei den Power Rangers wird uns innerhalb der ersten Folge alles verraten, was uns in den Folgeepisoden erwartet. Zunächst erklärt uns Zordon alle Details. Da Erklärungen aber nicht reichen, fügt man sofort einen großen Zordkampf ein. Rita vergrößert ein Monster, die Power Rangers rufen ihre Zords, man verwandelt und prügelt sich, das Schwert kommt aus dem Himmel geflogen... der Zuschauer weiß alles. Mal von späteren Zordänderungen durch das Eintreffen des grünen Rangers abgesehen: Es gibt keine Überraschungen mehr. Die Rangers wissen alles und haben alles. Von Anfang an. Es gibt keinen Lernprozess. Obwohl sie nur gehört haben, dass sie Zords besitzen, wissen sie sofort, wie sie mit ihnen umgehen können. Dieses Wissen steckt vermutlich in den Anzügen oder so. Keine Ahnung. Ich will hier natürlich keine Logikdiskussion anzetteln. Wir reden hier von den "Power Rangers". Dennoch ist es beeindruckend, für wie selbstverständlich die Rangers ihre neuen Fähigkeiten halten.

Im Original ist das große Finale die Verwandlung der Krieger in die Power Rangers. Das war es. Man steckt in der Klemme und schafft es, in die Kampfanzüge zu schlüpfen. Zords? Kampfroboter? Nicht vorhanden. Rettung = Anzüge. Man schafft es, die Kinder zu retten. Und dann? Taucht ein Riesenmonster auf. "Fortsetzung folgt". In unserem zuvor erreichen Stadium der Dummheit bleibt man ziemlich ängstlich zurück. Was können die Rangers nur tun? Wir wissen noch nichts von den Zords. Wir hoffen nur, dass da noch etwas kommt.

Ich werde nun nicht weiter über die Art und Weise schreiben, wie die Rangers sich weiterentwickeln. Morgen schreibe ich über die zweite Episode. Da werde ich noch weiter auf dieses Thema eingehen. Sagen wir einfach, dass das Original auch nach der zweiten Episode seine Zuschauer noch überraschen kann.

Der Humor

Ich fasse mich kurz: Die amerikanische Fassung ist extrem albern. Ganze dreimal wird um Lacher gebeten, weil ein Charakter hinfällt. Zweimal dreht sich diese Art des Humors um Bulk und Skull. Ein anderes Mal stolpert Alpha in der Power-Zentrale. Lustig? Nein. Gewollt lustig? Ja. Aber auch abseits des Fallens ist der Humor wirklich ziemlich plump und albern. Und laut.

Im Original ist der Humor dezenter platziert und ruhiger. Die Fahrstuhlszene? Hat einen Orden verdient. Die Minikanone? Super. Die Handpuppen? Toll. Das Original ist mir in dieser Hinsicht deutlich sympathischer. Ist aber natürlich Geschmackssache.

Das Gefühl am Ende

Was ich mit dieser Kategorie meine? Nun, wie enden die beiden Folgen? Das Original mit Spannung. Die neue Fassung mit Erleichterung. In Amerika haben die Rangers ihren ersten Kampf gewonnen. Sie haben beschlossen, die Welt zu retten. Rita hat verloren. Wir wissen, was die Rangers können und was Rita ihnen entgegenwirft. Wir kennen ja sogar den Monsterofen und Finsters Fähigkeiten. Die erste Folge der Power Rangers ist eine Zusammenfassung von allem was noch kommen mag. Und sie endet mit einem Happy End.

Das Original? Kein Happy End. Alles ist schlimmer geworden. Ja, die Rangers haben sich verwandelt. Aber die Kinder? Noch immer gefangen. Von einem gigantischen Monster. Rita ist verschwunden. Das Abenteuer hat gerade erst begonnen. Handwerklich ist das Originalende ein Traum. Man freut sich auf das, was noch kommt. In Amerika weiß man, was kommt. Man kennt alles. Das Original wirft Fragen auf.

Ende Teil 2

Morgen veröffentliche ich den letzten Teil meiner "Power Rangers"-Analyse. Dort geht es um die zweite Episode und das erste "richtige Monster", den Knochenmann. Außerdem geht es um Anschlussfehler. Die erste Episode war noch ziemlich gut zu verstehen. Es wurde viel herausgeschnitten und neu gedreht. Das stellte die Amerikaner jedoch im weiteren Verlauf der Geschichte vor große Probleme. Freut euch schon einmal auf morgen, wenn sich ein Space Shuttle plötzlich in eine Zeitfalle verwandelt.

Zum Abschluss habe ich die vier Grafiken mit den Unterschieden noch einmal zu einer einzigen Grafik zusammengeschnitten. Viel Spaß damit und bis morgen.

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