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Das Leben kann so bescheuert sein...

Tomodachi Life: Das Leben in Bommeln beobachten - #1

Wo fängt man an, wenn man über "Tomodachi Life" schreiben will? Schwer zu sagen. Am besten sollte man damit beginnen, das Spiel nicht mehr zu spielen. Sonst wird das mit dem Schreiben ziemlich schwer. Weil man ja spielt. Und immer neue Dinge erlebt, über die man schreiben will. Das ist wie spülen. Wenn man nicht irgendwann damit anfängt, hat sich mit der Zeit ein so großer Berg Arbeit angesammelt, dass man eher auszieht und einen neuen Haushalt einrichtet, als endlich das alte Zeug zu reinigen.

Was ist "Tomodachi Life"? Eine Lebenssimulation, würde ich jetzt mal sagen. "Simulation" heißt hier, dass das Spiel einem ein Leben simuliert, das man nur minimal beeinflussen kann. "Tomodachi Life" richtet sich an Menschen, die gerne zugucken. Wer spielerischen Anspruch erwartet, sollte auf den Kauf verzichten. Wer diesen Rat nicht befolgt und sich dann am Ende über die fehlenden Interaktionsmöglichkeiten beschwert, hat... mir nicht zugehört. Aber selbstverständlich Recht.

Der Alltag läuft in "Tomodachi Life" folgendermaßen ab: Man befindet sich auf einer Insel. Meine heißt Bommeln. Weil das ein wundervoller Name ist. Auf dieser Insel steht ein Gebäude. In dieses kann man Miis einziehen lassen. Miis sind Figuren, die man auf dem 3DS erstellen kann und die einen repräsentieren sollen. So kann man zum Beispiel in "Mario Kart" mit seinem eigenen Mii herumfahren. Warum auch immer man das tun sollte. Muss man wirklich erklären, was ein Mii ist? Warum nicht? Ist doch höflich. Das hier ist mein Mii in "Tomodachi Life".

Was ich da auf dem Kopf trage? Einen Eis-Hut. Ich habe ihn braun gefärbt, damit es aussieht, als hätte ich einen riesigen Kothaufen auf dem Kopf. Herzlich willkommen in der Welt meines Humors. Kacke auf dem Kopf. Fantastisch.

Natürlich bin ich nicht der einzige auf Bommeln. Das wäre ein ziemlich langweiliges Leben. Auf Bommeln leben momentan 14 Personen. Wer genau? Geduld. Dazu komme ich noch. Ich sollte vielleicht erst einmal erklären, was genau in "Tomodachi Life" geschieht. Zumal ich das in einem der vorherigen Absätze eigentlich bereits angekündigt hatte. Aber das habt ihr vermutlich mittlerweile schon wieder vergessen. Wegen dem Hut.

Man erstellt also einen Haufen Miis mit oder ohne Haufen auf dem Kopf. Jedem Mii gibt man einen Namen, ein Geburtsdatum, eine Stimme und eine Persönlichkeit. Die Stimme erstellt man mit Hilfe von ein paar Schiebereglern. Heraus kommt dabei letztendlich immer eine verzerrte Krächzstimme. Warum man überhaupt eine Stimme benötigt? Weil die Miis in "Tomodachi Life" ihre Aussagen nicht nur in Textform präsentieren, sondern diese auch wirklich aussprechen. Kennt ihr diese Programme, die einem Texte vorlesen? Das geschieht hier auch. Und es ist unglaublich toll. Weil es nicht immer zu 100% funktioniert. Woher soll ein Programm auch wissen, wie "Blasenfrosch" oder "Knickding" richtig ausgesprochen werden? Damit wenigstens die Namen der Bewohner gut funktionieren, kann man dem Spiel diese aber auch in Lautschrift aufschreiben. Im Spiel steht zwar "Sven", in der Lautschrifteinstellung habe ich meinen Namen jedoch "Tzwän" geschrieben. Gerade bei englischen Namen ist das eine äußerst praktische Funktion. "Jason" = "Jäisen". "Scully" = "Skallih". Ich glaube, ihr könnt euch das ganz gut vorstellen. Als Germanistikstudent hätte ich mir hier selbstverständlich das Internationale Phonetische Alphabet gewünscht, aber lasst und nicht zu anspruchsvoll sein. Das Aussprachesystem ist großartig.

Nach dem Namen und der Stimme kommen wir dann noch zu den Charakterwerten. Es gibt 5 Stück. Handelt der Charakter langsam oder schnell? Spricht er sanft oder direkt? Ist sein Ausdruck kühl oder lebhaft? Ist seine Denkweise vorsichtig oder sorglos? Ist er insgesamt speziell oder normal? Jeden Wert kann man in acht Stufen regulieren und am Ende ergibt sich ein Persönlichkeitsbild. Ich bin "lebhaft extrovertiert". Ob das stimmt? Also bitte. Wir reden hier von Persönlichkeitstests. Da darf man sich diese Frage nun wirklich nicht stellen. Oder glaubt hier tatsächlich jemand, diese ganzen "Welcher Disneycharakter sieht dir am ähnlichsten, wenn du nur ganz feste dran glaubst"-Umfragen haben irgendeinen Wert? Ja, ja. Unterhaltung. Ich weiß.

Das Erstellen einen Charakters geht schnell. Die vorhandenen Körperteile und Optionen entsprechen eins zu eins denen des Standard-3DS-Mii-Bau-Dings. Man kann vorhandene Miis einfach importieren, vom Spiel aus neue erstellen oder die Figuren anderer Menschen per QR-Code einlesen. Mann kann sich sogar von Spiel zu Spiel seine Charaktere zuschicken, leider funktioniert das bei meiner Frau und mir nicht, weil "Tomodachi Life" den Vorgang andauernd mit einem "Der Charakter enthält unangemessene Ausdrücke" abbricht. Muss am Hut liegen. Hüstel.

So bevölkert man also nach und nach seine Insel. Und dann? Tja. Dann beginnt "Tomodachi Life" damit, seine Magie zu wirken. Ist "Magie" nicht ein schönes Wort? Und es passt so gut. "Tomodachi Life" hat mich verzaubert und in seinen Bann gezogen. Um zu erklären warum, muss ich ein wenig ausholen. Aber das kennt man ja mittlerweile von mir.

Künstliche Intelligenzen wirken eine unbeschreibliche Faszination auf mich aus. Natürlich muss man hier mit dem Begriff der KI vorsichtig sein. Ab wann kann man überhaupt von einer KI reden? Reicht es aus, wenn ein paar Figuren Befehle ausführen, die ihnen vermutlich einfach zufällig zugewiesen wurden? Eine solche Diskussion ist nichts für diesen Beitrag. Ich benutze den Begriff der KI einfach, weil mir nichts Besseres einfällt und weil er so schön kurz ist. Für mich steckt hinter den Charakteren von "Tomodachi Life" eine KI. Und diese beim Wirken zu beobachten ist super. Aber das trifft natürlich nicht nur auf "Tomodachi Life" zu.

Warum wohl habe ich die Schlag Zone ins Leben gerufen? Weil ich es spannend finde, ein paar KIs in "MUGEN" dabei zuzusehen, wie sie sich die Gesichter einschlagen. Manche KIs sind unfair, manche schlecht, manche ganz gut, manche funktionieren, manche eher nicht. Für sich genommen ist eine KI in "MUGEN" uninteressant. Aber treffen zwei oder mehr aufeinander, dann beginnt der Spaß. Seit ich "MUGEN" habe, habe ich nur wenige Matches gespielt. Ich mag Kampfspiele eigentlich gar nicht so sehr. Bis auf "Mortal Kombat" kann mir da so gut wie alles gestohlen bleiben. Selbst spielen macht mir keinen Spaß. Aber die über 800 Charaktere in meiner Sammlung selbstständig handeln lassen? Ich will gar nicht wissen, wie viel Zeit ich mittlerweile damit zugebracht habe, ihnen zuzugucken.

Und "MUGEN" ist keine Ausnahme. Die WWE-Spiele könnte ich hier auch nennen. Kennt ihr VGCW? Da lässt jemand in stundenlangen Liveshows Videospielcharaktere (und auch ein paar andere) gegeneinander antreten, ohne selbst einzugreifen. Der Kerl baut da sogar richtige Storylines drum herum. Auch unglaublich spannend. Für mich.

Jedenfalls ist dieser Spaß am Zugucken der Grund, warum ich gerade so fasziniert von "Tomodachi Life" bin. Man übernimmt hier nämlich nicht die Kontrolle über einen einzigen Charakter, sondern sieht allen Charakteren dabei zu, wie sie miteinander interagieren. Zwar hilft man ihnen manchmal dabei, eine Entscheidung zu treffen ("Passe ich eher zu Mulder oder zu Chucky?"), doch letztendlich kann man selbst immer nur darauf warten, dass man um Hilfe gebeten wird. Ich kann Toshio nicht sagen, dass er am Strand Fußball spielen soll. Er macht es einfach hin und wieder. Ich musste ihm dafür lediglich irgendwann im Spiel einen Fußball schenken.

Vielleicht wäre es am besten, wenn ich euch einfach ein bisschen über Bommeln erzähle. Ich glaube, das Prinzip hinter "Tomodachi Life" wird klar, wenn ich den ersten Tag Revue passieren lasse. Ja, das klingt gut. Dann kann ich auch endlich etwas mit den über 300 Screenshots anfangen, die ich während Tag eins erstellt habe. Manchmal wünsche ich mir übrigens, ich wäre anders. Aber Wünsche werden selten wahr. Auch das lehrt einem "Tomodachi Life".

Fangen wir an! Bommelns Bevölkerung lässt sich in vier Gruppen einteilen. Das hier ist Gruppe eins:

Das sind von links nach rechts: Mein Grundschulfreund Dry, ich und meine Ehefrau ZiB.

Warum Dry ein Marathon-Outfit trägt? Weil er nach seinem Einzug sportliche Kleidung tragen wollte und das die einzige war, die im Klamottenladen angeboten wurde. Mittlerweile trägt er etwas anderes.

Kommen wir zu Gruppe zwei:

Ein Haufen Horrorfiguren. Wer mich kennt, weiß, dass ich auf diese Typen stehe. Wer genau das alles ist? Ich fasse kurz zusammen.

Sadako ist die freundliche Dame, die in den "Ringu"-Filmen andauernd aus irgendwelchen Fernsehern gekrochen kommt und währenddessen Lebensfreude verbreitet.

Toshio ist der Junge aus "Ju-On", der am liebsten Treppen runterstarrt, um Menschen zu beruhigen.

Ali N. ist kein spezieller Außerirdischer. Ali N. ist ein weiblicher Außerirdischer, der das mit den Namen und Geschlechtern bei den Menschen noch nie so richtig verstanden hat. Ist ihr aber auch ziemlich egal.

Billy Loomis hieß einer der beiden Killer im ersten "Scream"-Film.

Michael Myers sollte jeder kennen. "Halloween".

Jason. "Freitag der 13."

Chucky die Mörderpuppe. Wer will nicht mit ihm spielen?

Um dieser ziemlich paranormalen Gruppe wenigstens ein wenig auf die Finger zu gucken, habe ich folgendes Dreamteam in Bommeln einquartiert:

Fox Mulder und Dana Scully!

Ob sie in Bommeln endlich zusammenfinden werden? Man weiß es nicht. Es sieht aber nicht gut aus. Scully steht im Augenblich ziemlich auf Michael Myers.

Da ich dann irgendwann an den Punkt kam, an dem mir alles egal war, ließ ich diese beiden freundlichen Gesellen einziehen.

Fulmatos und Gongaglorf. Die Pinguine.

Sind sie nicht gut?

Wahnsinn.

Was erleben all diese Charaktere nun in Bommeln? Hier ein paar Auszüge aus meinem Bommeln-Tagebuch.

Hier beobachtete ich ET und spa dabei, wie sie zusammen Flugzeug spielten.

spa eröffnete daraufhin einen kleinen Grillfleischstand am Stadtbrunnen.

Sadakos Lieblingshobby ist übrigens Grimassenschneiden.

Sie ist ziemlich gut darin.

spa läuft in seiner Freizeit meistens am Strand entlang.

So sieht das aus, wenn ich Sadako ein Kalaidoskop in die Hand drücke.

Sadako gehört allgemein zu meinen Lieblingscharakteren. Ich habe ihr ein Kinderzimmer eingerichtet. Hier zeigt sie mir, was sie zuletzt gemalt hat.

Einmal forderte ich spa zu einer Partie Ringen heraus. Dabei muss man auf den Touchscreen hauen, bis eine der beiden Figuren umkippt.

Chucky wiederum hatte einen richtig miesen Tag. Er konnte nicht niesen. Ich half mit einer Feder.

Wem ich dagegen nicht helfen konnte, war ZiB. Die hatte Hunger und ich hielt Spaghetti für eine gute Idee. Erste wichtige Erkenntnis über ZiB: Sie HASST Spaghetti.

Das war mir ziemlich unangenehm. Fast so unangenehm wie der Moment, in dem ich ET nach dem Baden erblicken durfte.

Aber das ist noch gar nichts. Schon einmal einen Geisterjungen beim Baden beobachtet? Das ist der Stoff, aus dem Albträume gemacht werden.

Ghostface hatte ich mittlerweile einen Fahrradhelm gekauft, weil er eine Kopfbedeckung haben wollte. Aus Dank teilte er mir etwas Interessantes mit.

Das klingt bedrohlich, wenn man darüber nachdenkt, mit wem man sich hier unterhält. Aber an bedrohliche Dinge gewöhnt man sich in Bommeln recht schnell. Bei den Einwohnern... Einmal schenkte ich Chucky einen Boxsack. Er freute sich sehr.

Ich möchte Ghostface jetzt aber nicht als bösen Typen darstellen. Hier: Er kann auch emotional sein!

Wer mich am ersten Tag am meisten beeindruckte, war jedoch Dry. Er warf nicht nur mit beeindruckenden Fakten um sich...

... sondern führte mir auch umgehend seine Grimassenkünste vor.

Währenddessen zeigte mir ET, was in ihrem Kopf vorging.

Wenn man nun bedenkt, dass sie eine Außerirdische unter Menschen ist... naja. Jason wollte auch ein paar Gedanken loswerden.

Ein paar Fakten: Die Bewohner in "Tomodache Life" haben eine Zufriedenheitsanzeige, eine einfache Leiste, die sich auffüllt, wenn man sich mit ihnen beschäftigt. Ist die Leiste voll, steigt ein Charakter im Level auf. Um die Leiste zu füllen, kann man den Bewohnern zum Beispiel Geschenke machen. Spa schenkte ich einmal eine Spieluhr.

Über eine Schaukel freute er sich ebenfalls. Ich musste ihn dann die ganze Zeit lang anstoßen.

Aber genug der Freude. Irgendwann stellte ich in Bommeln einen Affinitätstester auf. Hier kann man berechnen lassen, wie sehr zwei Persönen sich mögen. Entweder auf Freundschaft oder auf Liebe bezogen. Natürlich testete ich erst einmal die Hitze des Feuers der Liebe zwischen spa und ZiB. Das Ergebnis war nicht so gut.

Lauwarme Liebe... naja.

Die anderen Tests fielen zunächst auch nicht besonders beeindruckend aus.

Aber gut. Man muss sich ja auch erst einmal näher kennenlernen. Bommeln existierte zu diesem Zeitpunkt gerade mal einen Tag!

Nach diesem Test trafen sich spa und ZiB am Stadtbrunnen und spielten Wortkette.

Man nennt einen Gegenstand und der Gegner muss einen Gegenstand nennen, der mit dem letzten Buchstaben der vorherigen Wortes anfängt.

Das Ganze beobachtete ich als stiller Betrachter ein paar Minuten lang, als sich jedoch kein Sieger herauskristallisierte, zog ich von dannen.

Übrigens: Am Brunnen findet Abends immer ein Battle-Rap statt. Hier battlen sich zwei Bewohner mit unglaublich krassen Raptexten. Einer legt vor, der andere muss nachziehen. An diesem Tag begann ZiB.

Das Battle zwischen ZiB und ET ging noch einige Runden weiter. Erneut stand kein Sieger fest, als ich mich wieder den anderen Bewohnern widmete.

Beide oben beschriebenen Veranstaltungen laufen übrigens vollständig selbstständig ab. Man kann als Spieler zur Zuschauen. Ich erwähne das nur, um meinen Punkt in der Einleitung noch einmal klarzumachen. In "Tomodachi Life" ist man ein Zuschauer!

Man bekommt aber wirklich so einiges geboten. Hilft man den Bewohnern, indem man ihnen zum Beispiel etwas zu Essen gibt, schenken sie einem Gegenstände, die man wiederum anderen Bewohnern geben kann. Das kann zum Beispiel eine Einwegkamera sein.

Eine solche drückte ich spa in die Hand und gab ihm den Auftrag, ein künstlerisch wertvolles Foto zu schießen. Das ließ er sich nicht zweimal sagen. Hier das Ergebnis.

Herrlich. Auch ET ließ ich ihre künstlerischen Triebe ausleben.

Da weiß man gar nicht, wer der Beste ist!

Aber in Bommeln geht es ja auch gar nicht immer nur darum, der Beste zu sein. Es geht auch um Freundschaft. Ghostface zum Beispiel war der Meinung, dass spa und ZiB total gut zueinander passten. Er wollte die beiden verkuppeln und dafür ein Treffen zwischen den beiden organisieren. Ich ließ ihn gewähren.

So erlebten spa und ZiB einen aufregenden Tag, wurden dabei jedoch die ganze Zeit über von Ghostface beschattet.

Liebe ergab sich am Ende leider nicht. Aber eine engere Freundschaft kann schnell zu mehr werden. Abwarten. Ghostface war ein wenig enttäuscht. Hey, der Wille zählt!

Kommen wir noch einmal schnell zu unangenehmen Geschichten. Einmal hat Jason mit einer eher schlechten als rechten Verkleidung Sadako nachts auf einem Hausdach Folgendes erzählt:

DAS nenne ich gruselig. Jason ist so eine Sache für sich. Er und Chucky scheinen so einiges auszuhecken.

Doch auch Michael Myers führt etwas im Schilde. Als ich eines Nachts nichtsahnend einen Blick Richtung Strand warf, entdeckte ich ihn dabei, wie er ein Loch buddelte.

Warum? Wofür? Wieso nachts? Ich weiß es nichts. Will ich es wissen? Wohl eher nicht.

Was ich auch nicht wissen will: Einmal wurde spa per anonymem Brief auf die Aussichtplattform Bommelns beordert.

Dort wartete ein verkleideter Toshio auf ihn.

Er überreichte spa ein Foto und meinte, er solle es gut aufheben und bloß nicht verlieren.

Ich selbst habe das Foto nie zu Gesicht bekommen. In Bommeln gehen einige merkwürdige Dinge vor sich.

Vielleicht werden wir ja irgendwann in den Nachrichten erfahren, was da vor sich ging. Habe ich die Nachrichten Bommelns schon erwähnt? Ich glaube nicht. Hier, das sind die Nachrichten!

Ja, Wrestlingturniere in Bommeln. Und die Abendnachrichten berichten darüber. Ist aber auch kein Wunder, wenn Dry der Nachrichtensprecher ist.

Aber keine Sorge: In Bommeln geht es fair zur Sache. Jeder darf mal Nachrichtensprecher sein. Der Anblick ist immer wieder ein Genuss. Es geht auch nicht nur um Wrestling (leider).

Die Nachrichten werden täglich um 7 und 19 Uhr ausgestrahlt. Außerdem gibt es Eilmeldungen, wenn neue Gebäude fertiggestellt wurden oder irgendwelche besonderen Veranstaltungen anstehen.

Meine persönliche Lieblingsveranstaltung ist übrigens "Erzähl mir mal...". Hier werden sechs zufällig ausgewählte Bewohner Bommelns auf die Aussichtsplattform gerufen und befragt.

Die Fragen kann man sich als Spieler selbst überlegen. Man bekommt drei Lückentexte auf dem Touchscreen angeboten. In die Lücken kann man schreiben, was man will.

"Wurst" zum Beispiel.

Die erstellte Frage wird den Bewohnern vorgelesen. Daraufhin teilt jeder seine Meinung mit. Man kann drei Fragen nacheinander stellen.

Hier mal ein Beispiel für eine Runde "Erzähl mir mal...".

Da haben wir doch schon mal so einiges über die Bommler gelernt. Ihr wollt noch eine Runde? Gerne!

Natürlich ist das alles, um mal kurz Tacheles zu reden, absolut sinnlos. Es ist egal, was man in die Lücken schreibt. Die Meldungen erfolgen zufällig. Aber es geht darum, was sich im eigenen Kopf abspielt. Warum hält Dry Wurst für lebensnotwendig, will aber nicht jeden Morgen eine essen? Warum ist ZiB kein ZiB-Fan? Selten habe ich so viel Spaß am Zufall.

Oder an Fotos! Als das Fotostudio eröffete, kannte ich kein Halten mehr! Was man da alles machen kann! Hintergrund auswählen, Personen platzieren, Gesichtsausdruck wählen und LOS!

Freude. Lebensfreude.

Werden wir doch mal wieder etwas ernster. Es gibt eine Konzerthalle. Levelt ein Charakter auf, kann man ihm ein Lied beibringen. Es gibt Raps, Metal, Musicals, Opern und vieles mehr. Toshio und Sadako habe ich zu Opernsängern ausgebildet. Zusammen haben sie eine Gruppe gegründet: Ghoper. Haben Bewohner eine solche Gruppe gegründet, führen sie zusammen ein Musikstück auf. Ich will hier nicht die ganze Show abbilden, schließlich muss man sie schon selbst erleben. Aber ein paar Ausschnitte müssen schon sein.

Gänsehaut pur.

Nach einem solchen Tag kann man sich eigentlich nur ins Bett legen. Das dachte sich Fulmatos auch.

Und wisst ihr, was man in "Tomodachi Life" machen kann? Man kann die Träume der Bewohner besuchen. Diese Träume gehören dann auch zu den verstörendsten Angelegeheiten im Spiel. Wovon zum Beispiel träumt denn unser Pinguinfreund?

Was zum...

Wie gesagt. Die Träume in "Tomodachi Life" sind eine Sache für sich. Hier ein paar weitere Eindrücke. Aber es gibt noch viel mehr.

Tja.

Und damit komme ich zu einem Ende. Das war der erste Tag in Bommeln. Was für eine Reise, sage ich euch.

Die Statistiken des Spiels fassen das Ganze so zusammen:

Noch kurz etwas zur Streetpass-Funktion. Nachdem man ein paar Fragen beantwortet hat, kann man eine Exportware für die eigene Stadt festlegen, die an jeden weitergegeben wird, der dem eigenen 3DS zu nahe kommt.

Es gibt noch mehr. Man kann andere Charaktere auf Reisen schicken. Wie das funktioniert, weiß ich aber noch nicht. Dafür müssen erst einmal zwei Bewohner heiraten. Und Kinder kriegen!

So viel ist möglich. Es gibt noch so viel zu sehen und zu erleben. Ich habe noch einige Mii-Ideen, die ich in Bommeln ansiedeln muss.

Zeit für ein kleines Fazit: "Tomodachi Life" hat mich richtig umgehauen. Ich hatte ein paar Hoffnungen, die sich alle mehr als erfüllt haben. Das Spiel ist faszinierend. Seine größte Schwäche, die fehlenden spielerischen Interaktionsmöglichkeiten des Spielers, sind meiner Meinung nach seine größte Stärke. Wer gerne zusieht, kommt an diesem Spiel eigentlich nicht vorbei.

Es bleibt eigentlich nur eine Angst: Wann erreiche ich den Punkt, an dem sich alles wiederholt. Wann habe ich alles gesehen? Abschätzen kann ich das noch nicht. Oder ob mich das überhaupt stören wird. Ich weiß es nicht. Ich weiß so einiges nicht. Ich weiß nur, dass ich "Tomodachi Life" gerade eben richtig gerne habe.

Und damit möchte ich mich erst einmal verabschieden. Das war der erste Tag. Werden weitere Berichte dieser Art folgen? Ich glaube schon. Über die Regelmäßigkeit des Ganzen will ich aber lieber nichts sagen. Das hier war ein Haufen Arbeit. Aber es hat Spaß gemacht. Bommelns Geschichte muss festgehalten werden. Wenn ihr "Tomodachi Life" schon nicht spielen wollt, dann könnt ihr wenigstens so an ihm teilhaben. Hoffentlich hattet ihr auch ein bisschen Spaß.

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