Vilbeler Anzeiger - 21.04.1886
Vor über einem halben Jahr zog ich nach Bad Vilbel. Kommt man in eine neue Stadt, will man sich selbstverständlich über die wichtigsten Orte informieren. Man hofft, auf kleine, spannende Geschichten zu stoßen, interessante Orte zu finden und einfach einen Überblick über die neue Heimat zu erlangen. Eines Tages drückte mir der Großvater meiner Frau eine Zeitung in die Hand. Es war ein großes, gefaltetes Blatt Papier, das insgesamt vier Zeitungsseiten bildete. Der Name der Zeitung? "Vilbeler Anzeiger". Das Datum? Der 21.04.1886.
Ich könnte nun seitenweise über besagten Großvater schreiben. Wie gerne ich mich mit ihm über Literatur unterhalte. Was er sonst noch alles an alten Dokumenten besitzt. Und wie er mir eines Tages ein Buch aus dem Jahr 1673 schenkte. Doch möchte ich all das an dieser Stelle nicht tun. Hier soll es um die Zeitung gehen, die ich von ihm erhielt.
Der "Vilbeler Anzeiger" existiert heute noch, heißt mittlerweile aber "Bad Vilbeler Anzeiger". Die Erstausgabe erschien laut Wikipedia im Jahr 1852. Das Einzige, was ich über die Zeitung weiß, ist, dass sie wöchentlich in meinem Briefkasten landet. Erfährt man auf den ersten Seiten ein paar Dinge über lokale Angelegenheiten, folgt anschließend der große Kleinanzeigenteil.
Ich habe mit großem Interesse durch die alte Ausgabe der Zeitung geblättern (wenn man das bei einer gefalteten Seite überhaupt so sagen kann) und möchte diese Faszination nun mit euch teilen. Darum habe ich die vier Seiten eingescannt und in dieser Rubrik veröffentlicht. Im Anzeiger finden sich einige aus heutiger Sicht lustige Anzeigen, doch vor allem der Bereich um die Tagesbegebenheiten wirft ein schönes Licht auf eine Zeit, die mittlerweile über 125 Jahre zurück liegt.
Doch seht einfach selbst. Für alle, die mit der alten Schrift Probleme haben, habe ich die einzelnen Elemente der jeweiligen Seiten hier noch einmal in "normaler Schrift" abgeschrieben. Dabei möchte ich das Ganze gar nicht weiter bewerten oder mit Kommentaren schmücken. Die vier Seiten sprechen ganz für sich. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann dies selbstverständlich ebenfalls tun und die Seiten auf den jeweiligen Unterseiten in groß herunterladen.
[Anmerkung: Von mir vorgenommene Anmerkungen werden kursiv dargestellt und von mir stets in eckige Klammern gesetzt.]
Seite 1 in voller Größe:

Die einzelnen Elemente im Detail.

Vilbeler Anzeiger, No 32, 1886. Mittwoch den 21. April. Fünfunddreißigster Jahrgang.
[Text links:] Erscheint Mittwochs und Samstags. - Inserate, welche rechtzeitige Aufnahme finden sollen, beliebe man Dienstags und Freitags Vormittags einzusenden.
[Text rechts:] Insertionsgebühren: Die gewöhnliche einspaltige Zeile 6 Pfennig, bei mehr maliger Einrückung entsprechenden Rabatt. - Vierteljährlicher Erlaßpreis. Bei der Erpedition 1 Mark 29 Pfennig, auswärts mit dem üblichen Postaufschlag.

Amts- und Privat-Bekanntmachungen
Betreffend: Verwendung der Ueberschüsse der Sparkasse (Mathildenstift) zu Vilbel pro 1885 zu Unterstützungen. Friedberg, den 17. April 1886.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg
an die Großh. Bürgermeistereien des früheren Kreises Vilbel, welche dem Kreise Friedberg zugetheilt wurden und dem Mathildenstift angehören.
Die nachstehende, auf die Seelenzahl der betr. Gemeinden erfolgte Repartition von zur Anschaffung von Material in den Industrie-Schulen für 1885 verwilligten 1000 Mark bringen wir andurch zur öffentlichen Kenntniß und empfehlen Ihnen die betr. Beträge den Gemeinde-Einnehmern in Einnahme zu becretiren und für Kontrolirung derselben besorgt zu sein.
[Anmerkung: Ich habe die nun folgenden Orte als Tabelle formatiert, um das Ganze übersichtlicher zu gestalten. Die Beträge werden in X Mark und Y Pfennig angegeben, ich verkürze das Ganze zu X,Y.]
| Altenstadt mit Engelthal | 49,50 |
| Büdesheim | 44,08 |
| Burg-Gräfenrode | 25,24 |
| Groß-Karben | 46,82 |
| Harheim | 43,90 |
| Heldenbergen | 79,02 |
| Hochst a.d.N. | 23,30 |
| Holzhausen | 39,96 |
| Kaichen | 29,46 |
| Klein-Karben | 34,04 |
| Kloppenheim | 12,60 |
| Massenheim | 13,52 |
| Nieder-Eschbach | 31,56 |
| Ober-Erlenbach | 47,02 |
| Ober-Eschbach | 29,36 |
| Oberau | 11,62 |
| Okarben | 27,72 |
| Petterweil | 29,70 |
| Rendel | 38,50 |
| Rodheim | 74,58 |
| Rodenbach | 12,20 |
| Rommelhausen | 9,92 |
| Stammheim | 37,74 |
| Steinbach | 32,24 |
| Vilbel | 176,40 |
[Anmerkung: Addiert man die einzelnen Beträge, ergibt sich tatsächlich 1000 Mark.]

Bekanntmachungen
der Gr. Bürgermeisterei Vilbel.
Das Gewannfahren im Sommerfeld ist nur noch diese Woche erlaubt.
[Anmerkung: Gewann, das: ein Drittel oder kleinere Teile der Ackerflur eines Dorfes, die unter Flurzwang wechselnd genutzt wurden (als Winterfeld, Brache, Sommerfeld). Alle Bauern hatten an jedem Gewann gleichmäßig Teil. Mit der Aufhebung des Flurzwangs und dem Übergang zur Fruchtwechselwirtschaft verlor die Gewann-Einteilung an Bedeutung. Der Neue Brockhaus, Zweiter Band (E-I), Dritte, völlig neubearbeitete Auflage, Wiesbaden 1958.]
Mittwoch den 21. April, Vormittags 11 Uhr, soll die Lieferung von 10 Bettstellen in das städtische Krankenhaus nochmals an den Wenigstnehmenden auf dem Rathhaus in Accord gegeben werden.
Nach dieser Veraccordierung soll ein Haufen Dung im Armenhaus an Ort und Stelle versteigert werden.

Holzversteigerung.
Dienstag den 27. d. Mts.,
Vormittags 9 Uhr, sollen in dem Freiherrlich v. Rothschild´schen Walde "Altenberg" öffentlich meistbietend versteigert werden:
3450 Stück Birken- Knüppel- und Reisholz-Wellen,
4050 Stück gemischte Wellen und
1275 Stück gemischte Eichen- (lange) Wellen (Faschinen), letztere eignen sich besonders zu Bohnenstangen.
Okarben, den 14. April 1886
Freiherrliche Forstverwaltung.
Hilgenreiner.

Faselochsversteigerung.
Donnerstag den 22. d. M., Nachmittags 1 Uhr, soll auf dem Großherzoglichen Bürgermeisterei-Bureau ein schwerer, zum Schlachten geeigneter Faselochs öffentlich meistbietend versteigert werden.
Klein-Karben, 18. Apr. 1886.
Großherzogliche Bürgermeisterei Klein-Karben.
Schneider.
[Anmerkung: Fasel, der: 1) männl. Zuchtvieh; meist in Zusammensetzungen wie Faselhengst, Faselochs, Faselbock, das Faselschwein. 2) Zucht, Fortpflanzung. Vieh faselt, wirft Junge, gedeiht. Der Neue Brockhaus, Zweiter Band (E-I), Dritte, völlig neubearbeitete Auflage, Wiesbaden 1958.]

Preisermäßigung bei Abnahme von 5 Pfund und mehr.
Die Kaffee-, Thee-, Schokolade-, Mehl- und Gewürz-Handlung
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Heinr. Alois Hahn
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Caffee gebrannt und roh.
Mehl, Gewürze.
Eigene Caffeebrennerei und Gewürzmühle.

Die unterzeichneten Eltern von die Klein-Kinderschule besuchenden Kindern fühlen sich veranlaßt, den Leitern des hiesigen Kindergartens, Geschwister Jung, hiermit öffentlich ihren innigen und herzlichen Dank auszusprechen für das am verflossenen Sonntag veranstaltete Kinderfest, wobei man mit Vergnügen sah, daß unsere Kinder in guten und bewährten Händen sind. Die schön geleiteten und ausgeführten Spiele zeugen ebenfalls dafür, daß die beiden Fräulein ihrer Aufgabe vollständig gewachsen sind.
Vilbel, den 20. April 1886.
Mehrere Eltern.

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Seite 2 in voller Größe:

Die einzelnen Elemente im Detail.

Zur Konfirmation.
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[Anmerkung: Bleichen, Entfärben, Aufhellen von Geweben, Papier, Flüssigkeiten u.a.: 1. durch Absorption der Fabrikkörper an Aktivkohle, Silicagel, Bleicherde u.a.; 2. durch Überführen der Farbstoffe in nichtfarbige Verbindungen mittels oxidierender (Chlor, Peroxide, Perborate u.a.) oder durch reduzierende (z.B. Hydrosulfite) Chemikalien. Die Rasenbleiche angefeuchteter Wäsche wird durch am Licht entstandenden (nascierenden) Sauerstoff des Grases bewirkt. Der Große Knaur, Band 1 (A-E), Stuttgart/Hamburg 1968.]
Reinleinene Küchenhandtücher
das halbe Dutzend von M. 1.50 bis N 2.40. Reinleinene Handtücher in Zwirn, Damast und Jaquard das halbe Dutzend von M. 2 bis M. 7.
Leinene Servietten v. M. 2.50 bis M. 7 p 1/2 Dtzd.
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Katholische Gesangbücher
von den einfachsten bis zu den feinsten Einbänden empfiehlt L. Wagner.

Trunksucht
heile ich durch mein seit langen Jahren bewährtes Mittel Herr F. S. in S. schreibt:
"Im Frühjahr 1884 bezog ich von Ihnen das bewährte Mittel gegen die Trunksucht und nebst Gott sei Ihnen gedankt, es hat vortrefflich gewirkt. Ich selbst hätte es nicht geglaubt, daß so ein Mensch zu heilen wäre, denn ich kann sagen, daß er dem Thiere gleich zu rechnen war, er wußte nicht, wenn er trank, u. s. w. Nährere Auskunft ertheilt
Reinhold Retzlaff,
Fabrikant in Dresden 10, Sachsen.

Tapeten,
größte Auswahl, neueste Dessins, per Stk. von 16 Pfg., Gold-Tapeten von 40 Pfg. an; auch habe einen großen Theil davon auf Lager. Muster stehen zur Verfügung bei
Erwin Pauli,
Vilbel.

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und Dilettanten, welche ihre Adresse einsenden, erhalten eine musikal. Neuigkeit gratis von I. G. Seeling, Dresden-N

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L. Wagner.

Erfrischent, wohlschmeckend, kühlend.
Brause-Limonade-Bonbon
Man zerstosse einen Bonbon in einem Glase, giesse Wasser zu und augenblicklich ist unter Umrühren ein Glas Brause-Limonade fertig.
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Citronen-, Erdbeer-, Himbeer-, Johannisbeer-, Kirschen- u. Orangen-Geschmack, sowie einer Sorte, geeignet durch Aufgiessen von Wasser und Wein zur Herstellung eines Glases
Champagner-Imitation.
Die Brause-Limonade-Bonbons (patent. in d. meist. Staaten) bewähren sich vorzüglich bei allen Erfrischungsbedürfnissen, und sind daher sowohl im Sommer als im Winter, ganz besonders auf Reisen, Landpartien, Jagden, Manöver, sowie Bällen, Concerten, Theater etc. zu empfehlen. Auf die bequemste und schnellste Art - in einem Glas Wasser - geben sie ein höchst angenehmes und kühlendes, dabei sanitäres Getränk.
Schachteln à 10 Bonbons 1 M. - Pfg.
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Für Export ausser deutschen mit engl., span., holländ., italienisch., schwed., russ., arab., indisch., chines., französ., etc. Etiketten.
Ferner Brause-Bonbons mit medicamentösem Inhalte nach ärztlicher Vorschrift mit genauer Angabe der im Bonbon enthaltenen Dosis des Arzneimittels. (Eisen, Chinin, Pepsin, Magnesium sulphuricum, Kalium bromatum, Lithium carbonicum, Natrium salicylicum, Coffeinum) nur in Apotheken erhältlich.
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Die Brause-Limonade-Bonbons sind in fast allen Niederlagen Stollwerk´scher Chocoladen und Bonbons vorräthig, oder werden auf Verlangen von denselben verschrieben.

9 Tage.
Bremen. Amerika.
Mit den neuen Schnelldampfern des
Norddeutschen Lloyd
kann man die Reise
von Bremen nach Amerika
in 9 Tagen
machen. Näheres bei dem General-Agenten
M. Abraham, Mainz
und dessen Agenten
Carl Loos, Kirchenplatz, Gießen.
Herm Vogt, Reichelsheim.

Silberne Medaille
Amsterdam 1883. Antwerpen 1885.
H. v. Simborn,
Ehem. Fabrik in Emmerisch a. Rh., u. s´Heerenberg (Holland).
Phoenix, Aleppo-, Anilin-, Kaiser-, Salon-, Alizariu-, Tannin-, Gallus-, Silber-, Gold-, blaue, rothe u. Tinten, Stempelfarben, flüssiger Leim, vorräthig in den bekannten Depots und in allen Buchhdl.
Seite 3 in voller Größe:

Die einzelnen Elemente im Detail.

Auf bevorstehende Feiertage offeriren
feinstes Kuchenmehl
zu 38 Pf. per Kilo
E. Camp Söhne.

Homeriana-Thee.
Aerztlich empfohlenes, ausgezeichnetes Mittel gegen Krankheiten der Lunge und des Halses, (Schwindsucht, Asthmah, Kehlkopfleiden.)
Ueberraschende Erfolge! Die Brochüre hierüber wird kostenfrei versandt.
Ein Packet M. 1,20. Allein echt zu beziehen von
A. Wolffsky, Berlin N., Weissenburger-Strasse 79.

Spielkarten
aus der Fabrik von Frommann und Bünte in Darmstadt empfiehlt
L. Wagner.

Die Gartenlaube
beginnt soeben ein neues Quartal mit dem
Roman von Stefanie Kayser: "Die Lora-Nixe".
Die Gartenlaube ist das verbreiteste und billigste deutsche Familienblatt, ein Besitz von dauerndem Werthe für jedes Haus. Sie kostet in Wochennummern für das ganze Quartal nur M. 1,60.
Man abonnirt bei allen Buchhandlungen und Postämtern.
Das erste Quartal mit dem Andang von Spielhagens hochinteressantem Zeitroman "Was wil das werden?" und W. Heimburg´s "Die Andere" wird auf Verlangen zum Preise von Mk. 1,60 nachgeliefert.
In Vilbel zu beziehen durch L. Wagner.
[Anmerkungen:
Wikipedia-Artikel zur Gartenlaube
Stephanie Kayser: "Die Lora-Nixe" bei booklooker.de
Friedrich Spielhagen beim Projekt Gutenberg
Friedrich Spielhagen: "Was will das werden?" beim Projekt Gutenberg: Erster Theil / Zweiter Theil
Wikipedia-Artikel über Friedrich Spielhagen
Wilhelmine Heimburg beim Projekt Gutenberg
Wilhelmine Heimburg: "Die Andere" bei booklooker.de
Wikipedia-Artikel über Wilhelmine Heimburg]

Tagesbegebenheiten.
Unserem Kaiser wurden in diesem Jahre aus Anlaß seines Geburtstages eine Anzahl alter Münzen aus dem Geburtsjahre 1797 dargebracht. Diese Aufmerksamkeiten haben dem hohen Herrn große Freuden bereitet und hat er den Gebern seinen besonderen Dank zu erkennen gegeben.

Der Kronprinz befindet sich nach Abnahme des Fiebers und bei dem bisher günstigen Verlaufe der Masern recht befriedigend.

Die Reise des Prinzen Alexander von Hessen nach Wien bezweckte erstens, seinen nachträglichen Dank für die Ovationen abzustatten, die ihm anläßlich des 25jährigen Jubiläums seiner Inhaberschaft des 6. Dragoner-Regiments dargebracht worden sind, und zweitens will der Prinz versuchen, den Wiener Hof zu bestimmen, eine Versöhnung seines Sohnes, des Fürsten von Bulgarien, mit dem Zaren zu vermitteln.

Der Reichskanzler Fürst v. Bismarck gedenkt in den nächsten Tagen Berlin zu verlassen und sich nach Friedrichsruh zu begeben, um daselbst bis zum Wiederbeginn der parlamentarischen Arbeiten zu verbleiben.

Der Bundesrath wird sich am Mittwoch bis kurz nach Ostern vertagen.

Der Lieutenant a. D. v. Campe, früher Offizier im braunschweigischen Husaren-Regiment, war bekanntlich wegen Unterzeichnung der Welsenadresse zu 11 Monaten Festung verurteilt worden v. Campe, welcher bereits acht Monate verbüßt hatte, ist jetzt begnadigt und ihm der Rest der Strafe erlassen worden.

Die Zahl der Strikenden in den Lütticher Steinbrüchen ist von 1200 auf 4000 gestiegen. In dem kaum beruhigten Borinage brechen neue Strikes aus.

Die "Köln Ztg." schreibt aus Petersburg: Das Gerücht, zwischen dem Sultan und dem Zaren werde eine Zusammenkunft stattfinden, hat in der That eine gewisse thatsächliche Unterlage. Es steht nämlich fest, daß die russische Diplomatie seit Wochen an dem Plane einer Zusammenkunft arbeitete, der Sultan sollte sich zu Schiff nach der Krimküste begeben, der Zar ihm auf dem Schiffe, also auf türkischem Boden, den ersten Besuch abstatten, den der Sultan dann in Livadia erwidern würde. Der ganze Plan scheint jedoch an den Gewohnheiten des Sultans gescheitert zu sein. Möglich, daß der Sultan sich auch zu gut auf die türkischen Interessen versteht, als daß er sich in eine Falle locken lassen sollte. Die Russen führten nämlich nichts anderes im Schilde, als den Sultan für die russische Besetzung Bulgariens, dieses starken Vorwerks der Türkei, günstig zu stimmen. Hier betrachtet man eine solche Besetzung, mit der natürlich die Entfernung des Fürsten Alexander vom bulgarischen Thron verbunden sein würde, allgemein als den einzugen Ausweg, auf dem Rußland in befriedigender Weise aus seiner verfahrenen Orient-Politik herauskommen könnte. Auf dem Papier ist die Versetzung auch wohl längst fertig, es fehlt ihr blos der triftige Grund, und dieser ließe sich, falls man nur des Einverständnisses der Türkei sicher wäre, bald finden. Man würde es eben darauf ankommen lassen, ob sich die Großmächte einer vollendeten Thatsache fügen oder nicht.

In der Kathedrale zu Madrid wurden am Sonntag auf den Bischof, als er eben die Palmzweige einsegnete, von einem Priester drei Schüsse aus einem Revolver abgefeuert. Der Thäter ist verhaftet.

Nach der "Köln Ztg." hat der spanische Ministerrath sich gegen die von der Königin gewünschte Begnadigung des Herzogs von Sevilla ausgesprochen und statt dessen die Verbannung desselben nach den Balearischen Inseln vorgeschlagen. (Heinrich von Bourbon, Herzog von Sevilla, ein Vetter des verstorbenen Königs, welcher am 18. December v. J. als Befehlshaber der Schloßwache den Versuch machte, seine Kameraden zu bewegen, einen Putsch zu Gunsten Isabellas in Scene zu setzen, war vom Kriegsgericht zum Verlust seines militärischen Ranges und zu achtjährigem Gefängniß verurtheilt worden.

Verschiedenes.
Wir wollen nicht verfehlen, das interessirte Publikum darauf aufmerksam zu machen, daß die Retourbillets mit mindestens zweitägiger Gültigkeit, welche am Samstag vor Ostern, den 24. d. Mts. gelöst werden zur Rückfahrt am Dienstag, den 27. d. Mts. auf allen Eisenbahnen genutzt werden können und daß diese Billete bei Antritt der Rückreise einer Abstempelung nicht bedürfen.

Gießen. Ein wegen Verdachts des Kindermordes verhaftetes Dienstmädchen, Marie Buß von Watzenborn, 21 Jahre alt, hat sein scheußliches Verbrechen bereits eingestanden. Es giebt an, in der Nacht vom 13. auf 14. Februar geboren zu haben. Das Kind habe es alsbald nach der Geburt getödtet, die Leiche mehrere Tage im Keller aufbewahrt und sodann in ihrer Stube in Matzenborn im Ofen verbrannt.

Gießen. Von der philosophischen Fakultät zu Gießen ist Herr M. Fischer von Nieder-Erlenbach zum Doktor promovirt worden.

Darmstadt. Auf Grund der Verordnung vom 6. December 1884, die Vorbereitung für den Staatsdienst im Justiz- und Verwaltungsfach betreffend, wurden nach Bestehen der im Februar l. J. stattgehabten Staatsprüfung der Accessist Dr. Gustav Clemm in Darmstadt zum Regierungsassessor, die Accessisten Heinrich Köhler in Darmstadt, Josef Zuckmeyer in Mainz, Friedrich Tenner in Darmstadt, Dr. Markus Löd in Worms, Dr. Emil Görtelmann in Mainz, Dr. Bertram Sichel in Mainz, Karl Schneider in Darmstadt, Eigen Calman in Mainz, Berthold Mannheimer in Worms zu Gerichtsassessoren ernannt.

Das Brandversicherungskapital betrug Ende 1885 in der Provinz Starkenburg 399 841,030 Mark, in der Provinz Rheinhessen 342 526,350 Mark, in der Provinz Oberhessen 273 035,810 Mark, zusammen 1 015 403,190 Mark und hat sich gegen 1884 um 24 674,130 Mark oder um 2,49 Prozent vermehrt. Im Jahre 1885 kamen 435 Brände vor, und wurden dafür 834 853 M. 59 Pf. Entschädigungen angewiesen. Auf die Monate des Jahres vertheilen sich die Bände mit folgenden Zahlen: 37, 25, 30, 24, 38, 59, 43, 43, 46, 29, 36 und 21.

Offenbach. Ein Einjährig-Freiwilliger von hier, Gefreiter, soll am Samstag Abend in einer Wirthschaft mit einigen Burschen Wortwechsel gehabt haben. Als der Gefreite Nachts zwischen 12 und 1 Uhr in die Nähe seiner Wohnung kam, welche in einer entfernten Straße liegt, wurde er von den erwähnten Burschen angefallen. Es entstand ein Handgemenge, wobei der Angegriffene von seinem Seitengewehr gebrauch machte. Der eine Bursche erhielt einen Stich in´s Herz und blieb todt auf dem Platze, der andere erhielt einen Stich in den Arm. Die Untersuchung über diesen Vorfall ist eingeleitet.

Bingen. Der hiesige Anzeiger berichtet über die Seltenheit, daß an einer Rebenplanke des Herrn Franz Köhler dahier sich seit einigen Tagen eine 19 Zoll lange Lode mit vollständig entwickeltem Gescheine findet.
[Anmerkungen:
Lode, die: Forstwirtschaft: Stock- oder Wurzelausschlag (Stocklode, Wurzellode), bildet Hauptbestandteil des Niederwaldes; Halblode 21-50 cm, normale L. 51-100 cm, Starklode 101-150 cm lang. Der Große Knaur, Band 3 (L-R), Stuttgart/Hamburg 1968.
Geschein, das: Blütenstand der Rebe. Der Neue Brockhaus, Zweiter Band (E-I), Dritte, völlig neubearbeitete Auflage, Wiesbaden 1958.]

[Anmerkung: Artikel ging über zwei Seiten.]
Frankfurt. Vom Schöffengericht war der Agent Aron Horn, der das Retourbillet eines Anderen auf der Fahrt von Wiesbaden nach hier benutzt hatte, wegen Betrugs zu 20 Mark verurtheilt. Die eingelegte Berufung wurde von der Strafkammer verworfen. Es sei auf Grund einer giltig erlassenen und publizirten Verordnung der Bahnverwaltung verboten, Retoubillette anders als an der Kasse zu kaufen. Angeklagter habe durch Vorweisung einer solchen ihm nicht zustehenden Karte einen Betrug verüben wollen. Es ist dringend zu wünschen, daß die Retourbillet-Frage endlich einmal an entscheidender Stelle zum Austrag gebracht werde.
Seite 4 in voller Größe:

Die einzelnen Elemente im Detail.

Frankfurt. Beim Aufreißen einiger Dielen in einer Kammer eines der ältesten Häuser der Stadt fand man eine Anzahl alter Thalerstücke die vermuthlich schon viele Jahre an der betreffenden Stelle gelegen haben. Der jüngste Thaler trägt die Jahreszahl 1785.

Ein Seckbacher Landwirth kaufte am Mittwoch ein Pferd für 900 M. und bezahlte baar. Das Thier wurde in den Stall geritten, bekam, nachdem es einige Augenblicke stillgestanden, einen Nierenschlag und mußte getödtet werden.

Auf dem Landgerichte wurden am Mittwoch drei Ehen dem Bande nach getrennt. In allen Fällen wurden die Männer fur den schuldigen Theil erklärt.

Ein Butterhändler von auswärts ließ am Mittwoch seinen Wagen so lange am Allerheiligenthor ohne Aufsicht stehen, bis er in der Nachbarschaft einige Kunden besucht hatte. Als er zurückkehrte, gewahrte er an dem Wagen einen fremden Mann, der ein ca. 10 Pfund schweres Packet Butter gestohlen hatte und gerade im Begriff stand, damit fortzulaufen. Er hielt den Dieb so lange fest, bis ein Schutzmann dazu kam.

Der Polizeikommissar Meyer hat das gegen das Urtheil der hiesigen Strafkammer in der bekannten Friedhofsaffaire eingewendete Rechtsmittel der Revision wieder zurückgezogen.

Vereinigte Stadttheater.
(Opernhaus.)
Mittwoch den 21.: "Kabale und Liebe."
Donnerstag den 22.: "Don Pasquale. Das Versprechen hinterm Herd."
Freitag den 23.: Geschlossen.
Samstag den 24.: "Robert der Teufel"
Sonntag den 25.: "Rheingold."
Montag den 26.: "Silvana."
(Schauspielhaus)
Mittwoch den 21.: "Der Registrator auf Reisen."
Donnerstag den 22.: "Der Bettelstudent."
Freitag den 23.: Geschlossen.
Samstag den 24.: "Fedora"
Sonntag den 25.: "Pechschulze."
Montag den 26.: "Feenhände."
[Anmerkungen:
- Kabale und Liebe (Friedrich Schiller)
wikipedia.de / Projekt Gutenberg / amazon.de
- Don Pasquale (Gaetano Donizetti)
- Robert der Teufel (Giacomo Meyerbeer)
- Rheingold (Richard Wagner)
wikipedia.de / Projekt Gutenberg / amazon.de
- Silvana (Carl Maria von Weber)
- Der Registrator auf Reisen (Adolph L´Arronge)
Adolph L´Arronge auf wikipedia.de
- Der Bettelstudent (Carl Millöcker)

Der Sohn einer im Westend wohnenden Familie liegt zur Zeit an den Folgen einer tollkühnen Wette schwer krank darnieder. Er hatte behauptet, 14 Tage ohne feste Nahrung leben zu können. Neun Tage hielt er es aus, seine Kräfte schwanden jedoch derart, daß er ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen mußte.

Vorige Woche machte eine Gesellschaft Frankfurter eine Aepfelwein-Spritze nach S... Sie verlief bei der Hinfahrt sehr gut, anders gestaltete sich die Heimfahrt. Zwischen S. und N. lag auf der Chaussee ein todtes Pferd. Der Anblick des Kadavers erschreckte den Stadtgaul dermaßen, daß er zur Seite sprang, den Wagen ins Feld schleuderte und ein Bein brach. Die Gesellschaft schirrte das Thier los und trug das Geschirr bis zur nächsten Station, von wo sie Hilfe holte, den Wagen wieder flott machte und mit einem geliehenen Pferde den Heimweg antrat.

Staatsminister Graf Eulenburg richtete an den Oberbürgermeister Dr. Miquel eine Zuschrift, in welcher er mittheilt, daß der Kaiser seiner Anerkennung Ausdruck gegeben habe über den Beschluß der Stadtbehörden Frankfurts, das unter dem Namen "Römer" bekannte Gebäude zu restaurieren und in dem Kaisersaale die Standbilder aller deutschen Kaiser im Anschlusse an die vorhandenen Gemälde der früheren Kaiser gegenwärtig und in Zukunft auf Kosten der Stadt aufzustellen.

Zu einem Schneider kam in den letzten Tagen ein Steuerexekutor. Der Schneider, in seiner Werkstatt sitzend, lud den Eintretenden freundlich ein, Platz zu nehmen. Als dieser sich in dem Zimmer vergebens nach einem Stuhl umsah, bat ihn der Meister, sich zu ihm in die "Hölle" zu setzen, was der Beamte dann auch that. Nun machte der Beamte ihn mit seiner Sendung betraut und reichte ihm die Steuerrechnung. Bedächtig legte der Schneider den in Arbeit befindlichen Frack zur Seite, nahm das Papier zur Hand, betrachtete es von allen Seiten und sagte schließlich: "Das Schriftstück scheint für mich zu sein, da sehe ich aber gar nicht, daß etwas gearbeitet worden ist. Ich bin gewöhnt, alles was für mich gearbeitet wird, gleich zu bezahlen. Wenn sie mir etwas bringen, was eine Gegenleistung bedingt, wie einer Schlosser- oder Schreinerrechnung da bezahl ich, aber dafür geb ich keinen Pfennig." "Da muß ich pfänden," erwiederte der Vollziehungsbeamte." "Sie können es ruhig thun," lautete die Antwort. "Zeigen Sie mir ihre Wohnung." - "Die ist hier in dieser Stube." - "Und Ihr Bett?" "Das ist meine Boutique." "Sie können doch nicht auf den harten Dielen schlafen?" "Oh ja, da leg ich mir die Paletots unter, die ich zum Ausbessern habe," und da legte er sich in aller Gemüthlichkeit auf einen Pack Kleider und bedeutete dem Exekutor, daß er nun schlafen wolle. Derselbe überzeugte sich, daß außer einem doppelt vorhandenen Fingerhut nichts zu finden war.
[Anmerkungen: Paletot, der: Überzieher, Herrenmantel. Der Neue Brockhaus, Vierter Band (New-Sid), Dritte, völlig neubearbeitete Auflage, Wiesbaden 1958.]

München. Die Klagen gegen die königliche Civilliste mehren sich. Es wurde bereits mitgetheilt, daß am 8. Mai ein Termin in der Klagesache einer Firma um ein Objekt von ca. 100 000 M. ansteht. Nunmehr wird bekannt, daß weitere Klagen in Beträgen bis zu 800 000 Mark eingericht worden sind.

Görlitz. In einer hiesigen Augenklinik ist dieser Tage eine seltene Operation mit ungewöhnlichem Erfolge ausgeführt worden. Der Operateur entfernte einen lebenden Wurm (Finne) aus dem Auge einer jungen Dame. Die Finne saß hinter der Netzhaut und lebt noch nach der Operation. Die Sehkraft auf dem operirten Auge ist erhalten geblieben.

Im Konkurrenzkampf. Große Heiterkeit erregen in der Pfalz die Reklamen zweier Geschäftshäuser, die auf ganz originelle Weise das Publikum an sich zu ziehen suchen. Die Firma Josef und Scharff in Landau inserirte wiederholt im "Südpfälzischen Wochenblatt": "Frei Fahrt nach Landau und zuück gewährt die Firma J. und Sch. von jeder pfälzischen Station aus bei Einkauf von nur 20 Mk." Das hat den Konkurrenten A. H. in Steinfeld so verdrossen, daß er folgendes Inserat erließ: "Um jede Konkurrenz, besonders aber eine Laundauer Firma zu überbieten, habe mein ohnedies großes Lager in Manufakturwaaren vergrößert und verkaufe sämmtliche Artikel, den heutigen Wollpreisen entsprechend, zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Bei Einkäufen von 2 Mk. vergüte ich die Eisenbahnfahrt sämmtlicher pfälzischen Stationen, bei größeren Einkäufen gebe ich freien Mittagstisch, eventuell auch noch den Kaffee." Ein pfälzisches Blatt meint, es werde den Herren J. und Sch. nichts Anderes übrig bleiben, als ihre Kunden mit Austern und Champagner zu regaliren.

Zum Thema der griechischen Rüstungen theilt die "Boss. Ztg." die hochinteressante Thatsache mit, daß bei der bekannten Berliner Armeelieferanten-Firma Mohr und Speyer 80 000 vollständige Uniformen nach preußischem Muster von der griechischen Regierung bestellt sind, die Firma hat den Auftrag beinahe schon vollständig ausgeführt. Auch wird hervorgehoben, daß sich die griechische Regierung durch ihr pünktliches Zahlen auszeichnet, nach Ablieferung von je 10 000 Uniformen erfolgt auch der vereinbarte Betrag sofort.Der Triumpf, den die deutsche Industrie feiert, indem sie in so eklatanter Weise dem Ausland gegenüber zur Geltung gelangt, muß um somehr imponieren, als solche große Erfolge erzielt werden zu einer Zeit, wo man sich bemüht, das Handwerk wieder in die Zwangsjacke des Innungswesens zu stecken. die Schneiderei en gros, wie man sie hier sieht, dieser fabrikmäßige Betrieb der Schneiderei, ist wohl der beste Beweis dafür, daß das Handwerk, wo es nur als Hausindustrie betrieben wird, mit dem Ausland überhaupt nicht konkurriren kann. Dieselbe Firma Mohr und Speyer steht übrigens noch wegen einer weit größeren Lieferung von Uniformen für einen südamerikanischen Staat, sowie für einen anderen Staat im Südosten Europas in Unterhandlungen, die dem Abschlusse nahe sind.

In der Nähe von Westdoorfield im Unionstaate Massachusetts ereignete sich am 8. April ein Eisenbahnunglück, dessen grauenvolle Details ohnegleichen in der an Eisenbahnkatastrophen so reichen Chronik der letzten Jahre dastehen. Unweit Westdoorfield macht die Eisenbahntrace eine große Curve und fährt dann auf einen 200 Fuß hohen Damm in die Station ein. In Folge unrichtiger Weichenstellung entgleiste der mit großer Geschwindigkeit heranbrauschende Zug, der mit Passagieren vollbesetzt war und stürzte über den Bahndamm in den Fluß. Die Wirkung des Sturzes war eine schreckliche, Maschine, Tender und Waggons bildeten einen Trümmerhaufen, aus dem verbrannte Körpertheile und gräßlich verstümmelte Gliedmaßen in wüstem Durcheinander mit zersplitterten Eisentheilen ragten. Das Grauen wurde dadurch erhöht, daß die Trümmer in Brand geriethen und schnelle Hülfeleistung unmöglich wurde. Dreißig Personen wurden getödtet, vierzig Reisende lebensgefährlich verletzt. Die meisten Leichname zeigen schreckliche Brandwunden. Die Untersuchung gegen die Schuldtragenden ist eingeleitet.

Kirchliche Notiz
Gründonnerstag:
Vormittags 9 Uhr Beichte für das hl. Abenmahl am Charfreitag.
Charfreitag:
Vormittags 10 Uhr Gottesdienst und hl. Abendmahl.
Nachmittags 1/2 2 Uhr Beichte für das hl. Abendmahl am 1. Osterdeiertag.

Brodpreise vom 16. bis 30. April nach eigener Angabe der Bäcker.
Unverändert.

Marktbericht.
Frankfurt, 17. April.
Heu kostete je nach Qualität per Centner 3,40 bis 4,10.
Stroh per Centner 2,30 bis 2,70.
Butter 50 Kilo - bis - , per Pf. 1,10 bis 1,30.
Eier per Hundert 4,50 5,00.
Kartoffeln per 200 Pfd. 5,00 bis 6,00.
Ochsenfleisch per Pfd. 45-65 Pf.
Kuh- und Rindfleisch 45 bis 60 Pf.
Kalbfleisch 45-60 Pf.
Schweinefleisch 65 bis 70 Pf.
Hammelfleisch 55-70 Pf.

Für die Redaktion verantwortlich: L. Wagner.

Druck und Verlag der P. Ganß´schen Buchdruckerei (L. Wagner) in Vilbel.