What the Mini-Fig - #18 - BanBao - Transportation
Das Tolle an einem internationalen Unternehmen wie spa-zone.de sind die internationalen Freundschaften, die ein weltumfassendes Netzwerk wie dieses mit sich bringt. Da kann es dann schon einmal passieren, dass einem ein Freund, der gerade in Israel lebt, ein Foto aus einem israelischen Spielzeuggeschäft schickt, auf dem unzählige LEGO-Imitate abgebildet sind.

Da ist das Gejauchze in den Redaktionsräumen selbstverständlich entsprechend laut. Sofort wurde eine Bestellung aufgegeben. Der nächste Besuch des Freundes rückte näher und näher und dann, eines Tages, stand er vor der Tür und hatte folgendes BanBao-Modell dabei:

Es stammt aus der "Transportation"-Reihe und kostete 39,90 Geldeinheiten.

Umgerechnet etwa 8,50 Euro, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Natürlich habe ich nicht mit richtigem Geld bezahlt, sondern in Büchern. Aber das tut hier ja gar nichts zur Sache. Zeit, für eine ausführliche Besprechung. Ich muss aber erst einmal versuchen, mich zu beruhigen. Das erste Foto dieses Beitrags macht mich ganz nervös. Meine Frau hat mir ausdrücklich verboten, wegen LEGO-Imitaten nach Israel zu fliegen und jetzt warte ich auf die Scheidungspapiere.
Was mir wiederum ein wenig Lebensfreude zurückbringt, sind die Mini-Figs auf der Verpackung. Sehe ich den bärtigen Mann in seinem Korb sitzen, stellt sich mir als BanBao-Experte sofort die Frage, ob die Figur tatsächlich einfach so in ihren Korb passt.

Aber dann sehe ich die zweite Figur und ihr Anblick zeigt mir sofort, dass Fragen dieser Art in einer Welt voller Photoshopebenen nicht gestellt werden sollten.

Wem kann man heute eigentlich noch trauen? Nicht einmal mehr den Schaufelschatten.

Die Rückseite zeigt dann auch gleich die vielen Funktionen des Gefährts. Man kann es hoch und runter machen und drehen und 120 mm. Alles Dinge, die ich mag.

Fast so sehr wie Schriftzeichen.

Genug der Oberflächlichkeiten. Zeit für innere Werte! Auspacken und sortieren!

Viel Zeug in vielen Tüten, eine Anleitung und Sticker. Der Bau kann beginnen.

Eine Sache sage ich gleich: Der Hubarm ist den Leuten von BanBao wirklich gut gelungen.

Der Aufbau war jedoch ziemlich nervig. Ich sage es besser gleich: Ich habe LEGO-Technik nie gemocht. Überall mussten diese Streben verbaut und befestigt werden. Schiebe dies da durch... damit dort dieses andere Ding befestigt... und dann drehe hier, bis alles so ist, wie es sein soll, oder auch nicht. Irgendwie hat mir das keinen Spaß gemach. Der Bau des Hubdings war somit keine Freude. Aber das Ergebnis kann sich dafür sehen lassen.

Und es funktioniert sogar! Aber dazu später mehr. Wenn ich schon über den Aufbau spreche, möchte ich noch schnell erwähnen, dass es hin und wieder interessant ist, wie die eigentlichen Steine von ihren Abbildungen in der Anleitung abweichen. Die hier zum Beispiel.


Oder die Oberseite dieses 2ers.

Und dann ist mir noch etwas aufgefallen: BanBao-Steine sind höher als LEGO-Steine. Hier links im Bild ist ein BanBao-Stein, rechts dagegen der gleiche Stein in der LEGO-Version.

Stapelt man mehrere Steine einer Art übereinander, wird der Unterschied deutlicher.

Wenn man jemanden ärgern möchte, sollte man also einfach ein paar BanBao-Steine in dessen LEGO-Kiste werfen. Das dürfte den Bau einer komplexen Konstruktion sehr frustrierend gestalten. Wenn der Bauer nicht sofort anhand der unterschiedlichen Qualität der Steine Verdacht schöpft.
Eine letzte Anmerkung: Die Glasscheibe des Fahrzeugs war bereits zerkratzt. Die Kratzer einzufangen war gar nicht so einfach, aber ich glaube, den größten kann man auf dem folgenden Foto recht gut erkennen.

Genug zum Aufbau. Ich weiß doch, dass ihr Ergebnisse sehen möchtet. Da kein Teil fehlte, funktionierte alles bestens.

Bevor wir uns das Modell genauer ansehen, noch kurz etwas zu den Ersatzteilen.

Die Werkzeuge gehören natürlich zu den Mini-Figs. Die patentierten BanBao-Sitzfüße ebenfalls. Bleiben drei Teile.

Keiner dieser Steine wurde im Originalmodell verbaut. Somit stellen sie keine Ersatzteile dar. Was dann? Ein Blick in die Anleitung hilft nicht weiter. Ein Blick auf die Verpackung dagegen schon.

Was haben wir denn hier?

Aha!

Da hat man doch tatsächlich vergessen, den Aufbau dieses kleinen Pylonen in die Anleitung zu packen. Ja, ja, ja, seien wir ehrlich: Das ist nun alles andere als kompliziert. Aber irgendwie hätte man ihn trotzdem darin abbilden müssen. Oder? Ja. Ich glaube schon.
Zeit für das Brummbrumm. Zunächst ein paar Bilder.




Scheiße ist das nicht. Nur irgendwie hat man das Gefühl, dass man nach der Entwicklung des Arms keine Lust mehr auf die Entwicklung eines schönen Fahrerhauses hatte. Das Teil wirkt nun wirklich nicht gerade hochwertig. Aber gleichzeitig auch nicht so schlimm wie andere Modelle, die ich hier bereits besprechen durfte.
Auf das Anbringen der Sticker verzichtete ich übrigens, da ich Besseres zu tun hatte.

Das Hoch- und Runterklappen des Arms klappt gut.


Mit dem Ding kann man definitiv spielen. Wenn man Figuren hat. Und das Gute: Wir HABEN Figuren! Zeit für die Mini-Figs!

Ich beginne mit dem Fahrer.

Was für ein freundliches Kerlchen!

Die BanBao-Figuren gucken aber auch immer äußerst lieb.

Diese hier hat nicht nur große, strahlende Augen, sondern auch einen großen Helm.

Der E.T.-Körper ist ja hinlänglich bekannt. Genauso wie das BanBao-Fan-Shirt.

Und der Irokese. Heute in blau.

Jetzt schnell zur anderen Figur.

Fertig!

Die Figur trägt Bart und Hut und freut sich des Lebens.



Der Irokese ist gelb.

Nebeneinandergestellt erinnern mich die beiden Figuren an jemanden.

Tatsächlich! Es handelt sich hier um die gleichen Figuren, die ich vor einiger Zeit im Bauernhof-Bausatz von BanBao besprochen hatte!

Na gut, es gibt einen Unterschied. Der Opa hat seinen Irokesen umgefärbt.


Außerdem hat man den Figuren ihre Hälse abgeschnitten.
Bevor das hier jetzt zu weit geht, sollten wir endlich das tun, was die Firma BanBao von seinen Kunden erwartet: Zeit, mit den Figuren zu spielen! Juhu!

Ich beginne mit dem Mann im Korb.

Wie soll das laut Anleitung aussehen?

Das kann ja nicht sehr kompliziert... oh...


DAS PASST NICHT! Die Füße sind viel zu lang für den Korb!

Ach, Entschuldigung. Mein Fehler: BanBao liefert uns ja immer einen Satz Sitzfüße mit. Es ist klar, was zu tun ist.


Jetzt muss es ja... einen Scheiß muss es.

Auch die Sitzfüße sind zu groß.

Na gut. BanBao. Du hast es so gewollt. Dann eben ohne Füße.

Tja. So ist die Figur leider viel zu klein und erreicht nicht mehr vernünftig den Boden.

Das kann es ja nun auch nicht sein.
Es gibt wohl nur eine Möglichkeit. Nur einen normalen Fuß, diesen aber nach innen biegen.

TADAA!

Funktioniert ja bestens! Das nenne ich mal ein Standbein. Und das gute am BanBao-Gesichtsausdruck: Er passt auch zu einem Kerl, dem man einen Fuß ausgerissen und den anderen verbogen hat, damit er seinen Job vernünftig ausüben kann. "Gute Miene zum bösen Spiel machen" nennt man das glaube ich.

Widmen wir uns dem Kollegen.

Der muss ja eigentlich einfach nur einsteigen und losfahren. Das kann ja nicht allzu schwer sein.

Blöd nur, dass der Helm zu groß ist.

Andererseits sollte uns das nicht überraschen. Der Anblick ähnelt der Abbildung auf der Verpackung.

Trotzdem will ich, dass der Kerl sich zumindest einmal hinsetzt. Zeit für die Sitzfüße.

Solltet ihr euch fragen, warum ich dem Buben die linke Hand ausgerissen habe: Das Funkgerät steckte so fest in dieser, dass ich es nicht mehr von ihr lösen könnte. Und da die Hände lockerer in den Armen stecken als die Funkgeräte in den Händen, musste ich eben diese Richtung einschlagen. Mit Funkgerät passte die Figur nicht vernünftig in das Fahrzeug. Ha ha. "Vernünftig".
Zurück zu den Sitzfüßen: Diese funktionierten zunächst nicht, da der Helm der Figur zu groß für die Fahrerkabine war.

Ohne Helm?

Ich fasse es nicht. ES PASST! Jetzt nur noch die Tür schließen und der Spielspaß kenn beginnen!

Zunächst wollte ich nun noch wie üblich eine lustige Abschlusssituation kreieren. Doch dann fiel mir ein, wie der freundliche Bartmann gerade in seinem Korb sitzt und irgendwie reichte mir das. Hätte man mir gesagt, dass es sich bei der "Transportation"-Reihe um Krankentransporte handelt, wäre ich vielleicht anders an die Sache herangegangen.

Nein, das wäre ich wohl nicht.
Ein großes Dankeschön geht an Wolfgang. Die nächste Bestellung meinerseits folgt bestimmt.