Die Bücherregale im Bookshop Simulator
Obwohl es mittlerweile auf der Welt mehr Simulatoren-Videospiele gibt als Sand am Meer, gibt es noch keinen Sand-am-Meer-Simulator. Dies würde ich an dieser Stelle ankreiden, hätten nicht die ganzen Schul-Simulatoren die Welt-Kreide-Vorräte weggefressen, wodurch wir momentan im Gegenteil der Kreidezeit leben. Das bedeutet, dass wir aktuell so weit von den Dinosauriern entfernt leben, wie die Pyramiden zu Cleopatras Smartphone-Akku, oder wie dieser merkwürdige Geschichtsvergleich noch einmal ging.
Letztendlich soll das aber nicht heißen, dass wir uns nicht alle mal anfassen sollten (selbstverständlich nur so, wie es gerade allen am besten passt), um Spaß zu haben. Und Spaß bedeutet für mich: Einen von diesen wie-Sand-am-Meerig-zähligen Simulatoren zu spielen. Und wie es sich für einen Schriftsteller gehört, spiele ich selbstverständlich nur Videospiele, die zu meinem Berufszweig passen. Schließlich möchte ich die Antwort auf die Frage sein, ob diese ganzen Landwirtschafts-Simulatoren auch nur von landwirtschaftenden Landwirtschafts-Simulatoren-Wirtschafts-Ankurbelnden gespielt werden.
Über den Simulator an sich kann ich gar nicht viel schreiben. Er ist einer von denen. Zeug in Regale, Leute kommen, Leute kaufen, man gibt Rückgeld, man stellt Leute ein, alles läuft irgendwann automatisch ab und am Ende weiß man ja auch nicht, was das alles soll.
Kurz bevor ich meine Existenz hinterfragte, stellte ich zum Glück fest, dass man im Bookshop Simulator eigene Bücher erstellen und diese im Steam-Workshop anbieten kann. Das habe ich selbstverständlich sofort mit meinen eigenen gemacht und darum könnt ihr ab jetzt meine Bücher in eure virtuellen Buchläden stellen.

Zum Steam-Workshop (EXTERNER LINK)
Jetzt stellt sich nur die Frage, wie man meine Bücher in die Regale stellen soll. Im Bookshop Simulator wird immer eine ganze Regalreihe mit einem einzigen Buch gefüllt, also mit mehreren Exemplaren eines Buchs. Ihr wisst schon. Damit das Ganze nicht zu langweilig aussieht, kann man per Tastendruck entscheiden, wie die Bücher in den Regalen angeordnet werden sollen. Und da ich langsam an mir selbst zweifel, wenn ich sehe, wie Menschen ihre Bücherregale einräumen, habe ich mir gedacht, dass ich mir die Sortierungsmöglichkeiten einmal genauer ansehen sollte, um diese in eine Reihenfolge zu bringen, die euch ganz klar zeigt, wie ihr eure verdammten Regale einzuräumen habt.
Zunächst noch eine Anmerkung: Es sollte klar sein, dass kein Buchladen so funktioniert wie der Bookshop Simulator. In keinem Buchladen wird jedem Buch ein Regalmeter geschenkt. Klar, wenn der neue Kommissar Bömmelmann Krimi aufschlägt, wird eine Ausnahme gemacht, aber ansonsten? Eher nicht. Darum sind die meisten der hier erwähnten Sortierungsmöglichkeiten nicht alltagstauglich. Aber das heißt ja nicht, dass ich sie nicht auseinandernehmen darf.
Platz 6

Ich würde gerne mal einen Buchladen betreten, in dem die Bücher quer liegen - einfach nur, um den Buchladen daraufhin so schnell zu verlassen, wie ich noch nie einen solchen verlassen habe. Selbst wenn das ganze Regal von nur einem Buch ausgefüllt wird, ist diese Anordnung eine Frechheit. Die Stapel verschieben sich, sobald man sie berührt, und wenn der Stapel nicht aus ein und demselben Buch besteht, spielt man plötzlich Jenga, um an ein Buch in der Mitte zu kommen.
Wusstet ihr eigentlich, wie unterschiedlich groß Bücher sind? Es gleicht an ein Wunder, wenn mal zwei gleichgroße Bücher im Regal nebeneinander stehen. Meistens liegt das dann daran, dass es sich hier um eine Reihe oder um Bücher des gleichen Verlags handelt. Aber ansonsten geht es hier auf und ab wie beim Hodenhüpfen in einem merkwürdigen Kindergarten. Der Gedanke an querliegende Buchstapel in meinen Regalen bereitet mir Kopfschmerzen. Kleine Bücher unten, große oben, Menschen der Architektur seufzen. Es gilt sich vorzustellen: Man will ein Buch aus dem Stapel ziehen, einfach nur um es sich anzusehen. Man zieht, es wackelt, man will das Buch nicht, man schiebt es zurück, muss dafür erst einmal alle darüber anheben, es wackelt heftiger, man stößt an den Stapel daneben, der Stapel daneben verschiebt sich, auch er wackelt - ich verlasse weinend das Geschäft.
Ich habe euch das mal nachgebaut. Einfach nur, um euch zu beleidigen:

Das Ganze hat einen einzigen Vorteil: Man spart Platz. Wie bei einem toten Hund. Da kann man sich Platz auch sparen, weil der garantiert nicht mehr aufsteht. Die Anfertigung dieses Fotos gehörte zu den schlimmsten Dingen, die ich meinem Bücherregal dieses Jahr angetan habe. Ihr hättet das Schluchzen hören sollen!
Wäre eine Welt schön, in der jedes Buch gleich groß ist? Ja, klar. Oder? Nein. Eigentlich nicht. Ich mag meine großen Bildbände. Die sollen bitte so groß bleiben wie sie sind. Der Bookshop Simulator idealisiert das Ganze. Die Bücher passen perfekt in die Regale. Immer drei Stapel. Aber wisst ihr was? Selbst wenn unsere Welt so wäre wie im Spiel, würde ich den Laden eher niederbrennen, als meine Bücher so in die Regale zu stellen.
Platz 5

Ich kann nicht in Worte fassen, wie mich dieser Anblick stresst. Ich bin ein schlichter Mensch: Ich entscheide mich für ein System und halte mich daran. Die Person, die dieses Regaldesign entworfen hat, konnte sich offensichtlich nicht entscheiden. Buchrücken nach vorne? Oder das Titelbild? Warum sich entscheiden, wenn man beides gleichzeitig ruinieren kann? Ich wüsste gar nicht, welches Buch ich aus dem Regal ziehen sollte. Ihr hättet mich mal vor dem Regal mit den Kaffeetassen sehen sollen, bevor mir meine Frau einfach 12 baugleiche Tassen mit lediglich anderen Farben geschenkt hat. STRESS, ich sage es euch!
Zieht man eines der Bücher mit dem Buchrücken nach vorne heraus, entsteht zwischen den zwei benachbarten Büchern direkt eine kleine, unschöne Lücke. Oder nimmt man erst die mit den Bildern nach vorne heraus? Sobald davon eine Reihe leer ist, fallen die anderen Bücher um. Diese Anordnung sieht nur so lange einigermaßen gut aus, bis ein Buch aus ihr entfernt wurde. Dann bricht sie in sich zusammen. Teilweise Buchstäblich.
Und noch eine Sache, die fast alle folgenden Aufstellungen betrifft: Menschen sind Tölpel. Stellt ihr ein Buch mit dem Buchtitel nach vorne ins Regal, wird es schon bald auf dem Boden vor besagtem Regal liegen. Gerade nicht allzu dicke Bücher wird dieses Schicksal ereilen, da ihr Umkippungsschutz nur gering ausfällt. Außer man kauft spezielle Halterungen, in die man die Bücher wieder zurückstellen muss. Klar. Kann man machen. Wenn man die Kohle hat.
Je länger ich draufgucke, desto nervöser werde ich. Bitte, Leute, entscheidet euch.
Platz 4

Diese Anordnung könnte ich nur unter einer Bedingung akzeptieren: Der neue Kommissar Bömmelmann ist erschienen. Das Ganze ist natürlich ein Hingucker. Zumindest wenn das Buchcover schön ist. Als Buchpromo kann man das schon so machen, aber auch hier habe ich das Gefühl, dass der Kram in Flammen aufgeht, sobald man ein paar Bücher aus dem Regal gezogen hat. Zumindest hat man ein zentrales Element mit den Titelbildern und die Bücher mit dem Buchrücken nach vorne bilden eine Art Rahmen. Geht schlimmer. Siehe oben, aber auch hier bin ich mir nicht sicher, ob das Ganze hält, was es verspricht.
Platz 3

Wir nähern uns einem vernünftigen Bücherregal. Ich nenne diese Anordnung die "Anschauungsexemplar-Sortierung". Es wirkt ein bisschen so, als wolle man die Leute dazu anregen, das eine Exemplar mit dem Titelbild nach vorne in die Hand zu nehmen, um es sich anzusehen, nur um es anschließend wieder zurück ins Regal zu stellen und sich eines von den links oder rechts stehenden zu kaufen.
Von dieser Anordnung gibt es zwei Alternativen, auf die ich im Abschnitt über Platz 2 zu sprechen komme. Warum ist diese hier einen Platz tiefer? Weil ich sie visuell einfach nicht ansprechend finde. Sie wirkt einengend. Außerdem höre ich schon das Geräusch der umfallenden Bücher, sobald die mittlere Spalte leergekauft wurde.
Platz 2
Platz 2 besteht aus zwei Anordnungen: Anschauungsexemplar rechts ...

... und Anschauungsexemplar links.

Wer will kann auch vollkommen am Rad drehen und den Kram alternieren.

Persönlich würde ich das Anschauungsexemplar links platzieren, einfach weil wir in diesem Land von links nach rechts lesen. Die abwechselnde Sortierung lehne ich ab. Wenn ich den Kopf schütteln will, gucke ich Tennis.
Von allen Sortiermöglichkeiten tun diese zwei fast am wenigsten weh. Selbstverständlich sind auch diese wieder nur dann praktisch, wenn man eine ganze Regalreihe mit Büchern füllen kann. Sonst müsste man vermutlich immer das am weitesten links stehende Buch mit dem Cover nach vorne einräumen und das halte ich den anderen Büchern gegenüber für unfair. Oder man stellt die Neuerscheinungen mit dem Cover nach vorne hin. Aber das könnte die alphabetische Sortierung zerstören, was vermutlich niemanden außer mich stört. Und wenn man mehrere Neuerscheinungen in der Reihe hat? Nein. Ich will das nicht.
Mir käme das nicht ins Regal. Aber ich besitze ja auch von nur von sehr wenigen Büchern gleich mehrere Exemplare.
Platz 1

Nennt mich langweilig. Ist mir egal. Dafür habe ich ein ordentliches und vor allem nutzbares Bücherregal. Ich bin sehr froh, dass in den meisten mir bekannten Buchläden diese klassische Sortierung dominiert und lediglich bei Kommissar Bömmelmann eine Ausnahme gemacht wird. Bücherregale gehören ausschließlich auf die hier abgebildete Art und Weise eingeräumt. Das sage ich als Instanz auf diesem Gebiet. Schließlich gehe ich so gerne instanzlokal. Das ist so ein Wortspiel, das ich schon immer mal verwenden wollte. Schön, dass es mir an dieser Stelle endlich auf eine angenehm ungewollte Art und Weise gelungen ist.
Fazit
Der Bookshop Simulator ist ein ganz gutes Spiel. Er ist ruhig und entspannend. Man stellt Regale auf und füllt sie mit Büchern. Was kann daran nicht entspannend sein? Bis auf die Sortierweisen der Regale natürlich.
Es gibt übrigens auch Eckregale, deren Einräumarten aber keine nennenswerten Abweichungen zu den in dieser Analyse dargestellten vorweisen.
Ich beende den Text mit einem weiteren Screenshot meiner Bücher:

Sind sie nicht schön?
Wenn euch das hier gefallen habt, werft gerne mal einen Blick drauf:
Und jetzt gehe ich meine Bücher streicheln. Die sind noch ganz durch den Wind wegen dieser merkwürdigen Aktion, die ich da oben abgezogen habe.